Entgiftung 1

Entgiftung 1.0

 

1.1 Hausärzte und Bleiwerte

Mir ging es gruselig. Die Hausarztodyssee mit nicht enden wollenden Überweisungen zu Blut-, Stuhl-, MRT- und CT-Untersuchungen brachte keinen Aufschluss aber ich wurde nebst Kontrastmitteln mit den wohlmeinenden Worten entlassen: „Frau Seeland, Sie haben nix.“ Immerhin heiterte mich das jedesmal auf. War ich selbst Schuld, meine Symptome hausgemacht? Das heiterte mich zwar nicht auf. Das „Sie haben nix.“ schon! Hielt aber nicht lange vor. Meine Symptome reichten von Blähbauch, über Schwitzen beim Essen ohne überhaupt noch was zu vertragen, bis Sehnen- und Gelenkschmerzen, Hirnnebel, Pieksen und Kribbeln in sämtlichen Extremitäten, Haarausfall, Impingement oder Frozen Shoulder, Herzrhythmusstörungen, Druck auf der Brust, im Galle-& Leberbereich, wobei sich der Mittelbauchbereich anfühlte wie ein Brett, breiigen grünem Stuhl ohne überhaupt von den Vorzügen grüner Ernährung je gross gehört zu haben und und und – bestimmt vergass ich die Hälfte. Ach ja, das elende Zungenbrennen in meinem Mund! Irgendwie schmeckte ich neuerdings ja auch durchgehend Metall und hatte endlosen Durst, den ich dann mit dem Wasser aus der Leitung zu löschen versuchte und mich wunderte, dass das schwerlich gelang. Immerhin bemerkte mein Hausarzt zwischen dem ganzen „Sie haben ja nix, Frau Seeland“ doch mal im Nebensatz: „Oh, Ihre Bleiwerte sind aber zu hoch.“

Und wie beheben wir das? Schweigen.

1.2 Leitungswasser und Schulmedizin

Jahre später entliess mich genau dieser Hausarzt, der auch als Ernährungsberater arbeitet, mit den Worten,“Frau Seeland, in Sachen Ernährung haben Sie mittlerweile mehr drauf als ich.“ Die meisten Fragen zu Kräutern, unterstützenden oder entgiftenden Nahrungsergängzungsmitteln beantwortete er mit Schulterzucken oder Schweigen.“Suchen Sie sich einen Arzt, der gegen die Schulmedizin ist und Sie durch die Pandemie begleitet.“ Ich hatte mit Symptomatik-Beginn weder was gegen die Schulmedizin noch mich der Ruf zum Ernährungsberater ereilt oder überhaupt irgendeine Ahnung von alternativen Methoden, sondern suchte schlicht Hilfe. Möchte dazu noch anmerken, dass meine Mutter mit fünfundsiebzig Jahren auch jahrelang Leitungswasser trank, mittlerweile 3-5x tgl. dasselbe erzählte, was Jahre später plötzlich schwand, als sie zum Kochen und Trinken zu hochwertigerem Trinkwasser aus Glasflaschen wechselte. Nimmt man zu billiges, kommt man vom Regen in die Traufe.

1.3 Wechselnde Heilpraktiker nach Klinghardt und ohne

Dann ging es richtig los. Nicht enden wollende Konsultationen bei HeilpraktikerInnen folgten, wo der Dschungel der Nichtwissenden denen der Schulmedizin in nichts nachsteht. Eine junge Heilpraktikerin wirbt auf ihrer Seite mit Darmsanierung und sagte mir im Nebensatz, sie hätte sich noch nie mit Schwermetallen beschäftigt. „Man könne sich nicht mit allem beschäftigen.“ Hmhm.

Aber muss gestehen, auch ich war wieder nicht gänzlich unbefleckt. Die nächste Heilpraktikerin schlug nach ihrer kinesiologischen Diagnose praktisch die Hände über dem Kopf zusammen: „Frau Seeland, Sie müssen sofort umziehen, ihr Wohnumfeld ist dermassen vergiftet und Sie sind voll.“ Ich fragte einige Tage später nochmal nach ob es sich mit den Bergen an Chlorella-Kapseln täglich eigentlich richtig verhielt. Sie bejahte genervt und ich muss gestehen: Es ging mir das erste Mal besser.

Irgendwie war mir die Heilpraktiker-Behandlung nach Dr. Klinghardt aber zu teuer, schnell mit 200€ oder mehr monatlich dabei, und die Heilpraktikerin mir auch viel zu herrisch. Und ich wusste wovon ich sprach. Sie meinte, man müsse immer alles auf die Wahrheit hin überprüfen. Genau das tat ich dann auch und schickte Stoffproben von dem angeblich toxischen Fensterkitt, Tapete und Raumluft in ein nahegelegenes bezahlbares Fremdstofflabor. Mit dem Ergebnis, alles halb so wild. Da hatte ich meine Bestätigung. Alles nur Panik-Mache?

1.4 Qualität von Testergebnissen bei toxischen Wohnräumen

Heute weiss ich, dass deren Rückmeldung alles und gar nichts sagte. Ein Wert lag bei „bedenklich“ aber Genaueres dazu erfuhr ich nie nachdem es bei Nachfrage still wurde am anderen Ende der Leitung. Der Laie blieb mit kryptischen Befunden allein. Seinen Hausarzt braucht man meines Erachtens dazu nicht zu befragen. Ich erinnere noch, wie ich Jahre später beinahe an Kronenkleber verreckte und meinen Hausarzt um einen Test auf Kunststoffvergiftung anflehte. Er verneinte. Wäre ihm einer bekannt gewesen, hätte mich folgende Erwähnung im Nebensatz auch nicht gewundert: „Oh, Ihre Kunststoffwerte sind aber hoch…sonst haben Sie aber nix, Frau Seeland.“ Ordentlich genommene Raumproben Kosten übrigens zwischen 1-2000€. Ich zahlte damals vielleicht 100€ und war froh.

1.5 Depressionen, Psychotherapie, Verzeihen auf Knopfdruck

Bei der helfenden Heilpraktikerin waren wir mittlerweile bei der Psychosomatik gelandet. Ihre wiedermal charmant herrische Art liess nicht lange auf sich warten: „Sie müssen verzeihen!“ Mir war gar nicht bewusst wie das gehen sollte, zumal mit diesem herrischen Unterton, so als würde Dir ein Soldat mitten in der Schlacht mit dem Schwert entgegen brüllen: „Sei doch mal friedlich!!“ Ich befand mich noch in der Schock-Phase, mich in einigen Belangen vor meiner Familie schützen zu müssen. Ich kenne Menschen, die lebten fast ihr Leben lang isoliert und hatten nie Krebs, weil sie wohl einen energetisch geschützten Raum um sich zu behaupten wussten. Egal ob man damit vielleicht früher oder später sterben mag als in Gesellschaft. Aber erstmal ist es ja schön, überhaupt so weit zu kommen. In meiner Familie war Vieles auch gut aber es gibt einfach Phasen des schützenden Abstandes. Und das gilt für sämtliche Parteien. Heute bin ich dankbar für alles was Heilung fand. Aber Verzeihen zu erzwingen, wenn es gar nicht dran zu sein scheint, muss mir nochmal jemand erklären. Zumal es dazu auch andere Ansätze gibt, siehe Maria Sanchez. Heute weiss ich wie es ist, wenn ich mir und anderen verzeihe und sofort eine emotionale Aufhellung spüren kann. Wenn Dein System aber randvoll ist mit Scheisse, weiss ich nicht ob man überhaupt eine Wahl hat irgendwas emotional zu wollen oder anzugehen. Wenn der Darm und die Organe voll mit Schwermetallen sind, ist man nach meiner Erfahrung nicht man selbst. Ich konnte über viele Jahre keine Freude empfinden. Und nach den Leberreinigungen war sie plötzlich da. Die grundlose Freude. Sicherlich spielen Depressionen auch eine Rolle. Aber bei dem Gedanken, dass jemand eine völlig verstopfte Leber hat und sich damit beim Therapeuten über Depressionen dusslig quatscht, wird mir übel.

1.6 Fachqualifizierte, Nichtwissende, deren Kosten und Generalansagen

Ich beschloss mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Heute kann ich nicht sagen, ab wann der eigene Heiler, das Vertrauen auf eigene Entscheidungen in einem alleine geboten ist, oder wann es besser ist, sich Unterstützung zu holen. Schon allein weil die Summen, die das verschluckt, nicht nur langfristig sondern schon nach wenigen Monaten nur für überdurchschnittlich gut Verdienende realistisch sind – von den nichtwissenden Begleitern ohne Erfolg, die ohne mit der Wimper zu zucken trotzdem kassieren und das auch in Grössenordnungen bis zu mehreren tausend Euro – mal ganz abgesehen. Und ich meine damit nicht „nur“ esoterische Spinner sondern auch fachqualifizierte Privatärzte. Ein bekannter Arzt in Hamburg, mit dem ich gern mal bei einem Heiss- oder Kaltgetränk über alles mögliche geplauscht hätte, weil das schon irgendwie ein geiler Typ war, der auch vielen Menschen geholfen hat, nahm für den Ratschlag „Essen Sie Suppen, Frau Seeland!“ und „Für Menschen wie Sie kommt Kronenkleber einer Atombombe gleich.“ all inkl. 2000€. Das mit den Suppen war in der Tat ein super wenngleich etwas überteuerter Tip! Das Ausmaß der katastrophalen Langzeitfolgen der Kronenklebervergiftung war mir damals noch nichtmal im Ansatz bewusst. Das kam erst Jahre später. Sonst konnte er nicht helfen. Seine EAV Testungen nach Voll brachten kein klares Ergebnis, ehrlichgesagt erschien er mir überfordert bzw. riet auch einiges, was nicht stimmte bzw. nicht ungefährlich war, wie zB. Eiseninfusionen bei Schwermetallvergiftung. Aber er gestand auch zu, dass die Zahnmedizin keine Ahnung hätte, was da an Bergen von Unverträglichkeiten erst just begonnen hatte, auf sie zu zuzurollen. Immerhin.

Hingegen schaffte es eine Heilerin, die einen mir nahe stehenden Menschen vom Krebs befreite aber mir bei meinen Zähnen Jahre später überhaupt nicht helfen konnte – mich Jahre zuvor mit meinem inneren Kind zu verbinden. Ich konnte das alleine überhaupt nicht. Ich liess auch bei ihr über 1000€. Damals war der Tanz mit den Zähnen noch jahrelang nichtmal ansatzweise in Sicht.

Mit Generalansagen bin ich vorsichtig geworden: „Nur Du selbst kannst Dich heilen“, „Geistig seelisch ist der grobstofflichen Ebene übergeordnet“, „Alles hat Bedeutung oder einen tieferen Sinn“…dazu möchte ich lieber Maria Sanchez zitieren. Eine Traumatherapeutin, die viele Probleme auf den uns innewohnenden Kontrollzwang zurückführt. Wenn es heisst: „Das Symptom kommt auf jeden Fall daher, weil dir dieses und jenes unbewusst ist, ist das für sie auch wieder nur ein Versuch, Kontrolle ausüben zu wollen.“ Danke.

Ich vermutete noch in Jahren bei HPs ein- und auszugehen. Und so ganz Unrecht hatte ich damit ja nicht. Hoffte das damals noch umgehen zu können. Gut, ob mir mit Verbleib bei der helfenden Heilpraktikerin einiges erspart geblieben wäre? Ich bin grundsätzlich kein Freund von „Hätte hätte Fahrradkette“ obwohl ich mein Tattoo wieder entfernen würde, brächte es eine Entlastung für meinen Körper. Aber hätte die helfende HP verhindern können, dass meine Metallkronen rausmussten? Beantworten wollte sie mir das rückblickend nicht.

Mein Darm ächzte weiterhin unter grünem breiigem Stuhl, dass ich nun als nächstes beschloss mein Amalgam „zeitgemäss“ zu entfernen, nachdem mir beim ersten ganzheitlichen Zahnarzt dazu geraten wurde. Auch ein Umweltmediziner sagte: Ein Metall-freier Kiefer wäre für langfristige Gesundheit geboten. Und ich gebe ihm recht. Trotz aller Höllenqualen. Wer dieses Zungenbrennen einmal erlebt hat, wenn die Leber nicht mehr kann. Die nicht enden wollenden Beulen in der Zunge. Das permanente Pochen und Stinken an den Zähnen. Der Metallgeschmack (Kunststoff finde ich nicht weniger schlimm). Da ist bei mir ein Punkt erreicht, lieber keine Zähne als sowas nochmal. Der Umweltmediziner, der heute übrigens Privatarzt ist, empfahl mir damals Zeobent (ein Pulver zum Binden von Toxen im Darm), wovon ich fürchterliche Verstopfung bekam. Das wurde später mit den Worten der Sprechstundenhilfe so kommentiert: „Ja, das haben wir auch schon bemerkt und sind davon weg.“ Achso.

Als ich Jahre später das erste Mal Symptome einer MCS erlebte, wollte jener Arzt mich gar nicht mehr über die gesetzliche Krankenkasse empfangen. Egal wie dringlich MCS-Erkrankte auf Umweltmediziner angewiesen sind. Es gibt praktisch keine Termine in Hamburg. Die meisten arbeiten privat (MCS: Multiple Chemikalien Sensitivität – dazu später mehr).

Jedenfalls sagte die helfende Heilpraktikerin zu meiner heutigen Nachfrage bzgl. Kunststoffproblematik bei Zahnsanierungen, dass sie Kunststoffe für nicht unbedenklich hält aber Amalgam immer noch für das mit Abstand giftigste Zahnsanierungsmaterial. Als ich bei ihr startete, hatte ich noch vier Amalgam-Füllungen und sechs Metallkronen, die zuvor auch alle Amalgam hatten. Und irgendwie war es Zeit, das jetzt mal anzugehen. Gesagt, getan. Ich machte LTT Testungen auf Tattoo-Farbe und Metall-Kronen. Alles unauffällig. Ich frohlockte trotz anhaltender Symptome und beschloss als erstes die Amalgam-Füllungen entfernen zu lassen.

1.7 Amalgamsanierung mit Kofferdam

Es wurde lediglich vor und nach Behandlung was zum Binden und Ausleiten verabreicht. Das war`s. Keine Aufklärung über Risiken beim Rausbohren, Kofferdamm hin oder her (Dr. Schreckenbach rät nach heutigem Stand sogar davon ab : https://www.youtube.com/watch?v=_hyDKxxgY9Q&t=2s Seine Bücher kann ich nur empfehlen); kein Anraten über Überprüfung von Mineralisierungs- und Entgiftungsstand, ob Sanierung in meinem Zustand überhaupt eine Chance hatte etc. .

Die Zahnärztin kam zur Behandlung mit einer Art „Motorradhelm“ in den Behandlungsraum. Das „grüne Trapez“ war schon in meinem Mund gespannt. Den Helm vergass sie allerdings aufzusetzen. Auch ihre Assistentin sagte nichts. Irgendwie wirkte sie von meinem Hinweis, den Helm doch besser aufzusetzen, fast etwas genervt. Die Amalgam-Sanierung verlief problemlos. Ich hatte bewusst nie Probleme. Aber es irritierte, dass die Kunststoffersatzfüllungen für Amalgam, die auch vorher getestet wurden, und die ich auch bewusst immer gut vertrug, so geringfügig vom Volumen aufgefüllt schienen, dass ich mich fragte, ob ich in einigen Jahren schon wieder auf dem Stuhl hier sässe. Immerhin wurde mir eine Haltbarkeit der Füllungen von ca. fünf Jahren garantiert. Ja, und dann? Die Zahnärztin, die mich behandelte und in der ganzheitlichen Praxis angestellt war, arbeitete kurze Zeit später nicht mehr dort.

Ich vermute, die Amalgam-Sanierung – der Anfang – war noch ok. Auf verblüffende Weise schwanden meine jahrzehntelangen Schmerzen in den Beinen, die ich mit dem Amalgam nie in Zusammenhang gebracht hätte. In meinen Verdauungsorganen war leider weiterhin die Hölle los. Bei sämtlichen darauf folgenden Zahnsanierungsmassnahmen ging es mir zeitnah schlechter. Ausser bei Extraktionen.

Ich recherchierte mich dusslig, da weitere Heilpraktikerversuche auch nicht überzeugten als mein Ballonbauch wieder Überhand nahm, die verordneten Tütchen Probiotika langfristig meine Probleme nicht lösten, egal wie verzweifelt ich mit Tränen in den Augen vor den jeweiligen Begleitern sass.

1.8 Andreas Moritz : Die wundersame Leber- und Gallenreinigung

Plötzlich stiess ich auf das Buch von Andreas Moritz „Die wundersame Gallen- und Leberreinigung“. Match zu all meinen Symptomen. Keine Ahnung, wie ich darauf gestossen war. Mir begegneten öfters mal hilfreiche Bücher wie aus dem Nichts, wenn nichts mehr ging. Aber bei Bestimmung bin ich deswegen noch lange nicht. Das Buch überforderte mich. Ich stand mit dem Rücken noch nicht genug zur Wand. Aber mir war klar, so ging es nicht weiter.

Reumütig kehrte ich zur herrischen aber helfenden Heilpraktikerin zurück, die mich erstmal zusammenschiss, dass ich wohlmöglich das Amalgam ohne Schutzmassnahmen hatte entfernen lassen. Als sie hörte, das dem nicht so war, wirkte sie fast etwas enttäuscht, nun nicht ganz so doll weiter zu schimpfen. Weinend sass ich vor ihr und flehte um Hilfe. Und das tat sie dann auch. Wirklich. Sie ist die einzige Heilpraktikerin, wo ich rückblickend ab und an bereue mindestens genauso herrisch und damals nicht bei ihr verblieben zu sein. Denn nach drei Monaten war ich praktisch Beschwerde-frei, vom Zungenbrennen und den unaufhörlich pochenden und stinkenden Zahnfleisch an den Metall-Kronen mal abgesehen.

Ich erwähnte dann mal die Leberreinigung von Andreas Moritz worauf kopfschüttelnd abgewunken wurde. Ich drängelte, ob wir die Metall-Kronen nicht mal angehen müssten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Testungen gemacht. Sie meinte, “ Warten Sie jetzt erstmal, Frau Seeland. Nicht auch noch das. Wollen Sie das jetzt auch noch? “ Aber das Zungenbrennen und pausenlose Pochen an den Zähnen, stinkende und entzündete Zahnfleisch forderte mich heraus. Zusätzlich war meine Zunge dermassen geschwollen und eingedellt. Dass Leber, Galle und Gedärme mehr als genug zu tun hatten, war mir damals noch nicht so richtig klar. Wieder wusste ich es besser und schlug meiner helfenden Heilpraktikerin ein günstigeres Chlorella-Produkt als das von ihr empfohlene vor. Sie wollte mich nicht mehr behandeln. Konnte das sogar verstehen. Aber wo das Geld für die ganzen Produkte hernehmen? Ihr empfohlenes Chlorella war in der Tat von erstklassiger Qualität. Dagegen konnte das chlorenergy von Klinghardt auch nicht nur im Ansatz anstinken.

1.9 Aluminiumgiesserei als Nachbarn oder auf zwei Augen blind?

Meine Wohnung liebte ich noch immer und sah es auch immer noch nicht ein umzuziehen, in diesen auf dem Wohnungsmarkt damals schon so tiefenentspannten Zeiten. Obwohl es, zugestanden, immer mal wieder heftig nach Metall in unmittelbarer Nachbarschaft roch – fiel mir erst nach fast zehn Jahren Einzug auf, dass ein Katzensprung weit eine Aluminiumgiesserei an meine Wohnung grenzte. Augen auf bei der Wohnungswahl. Es stand unübersehbar auf dem Gebäude. Für jeden passierenden Fussgänger oder Autofahrer. Auch von Ferne. Unübersehbar. Da ich aber noch immer nicht bereit war, den Ernst der Lage zu erkennen, zog ich behandlungstechnisch erneut weiter, obwohl es mir schon öfters mal in den Sinn kam, seit Nacht eins wirklich nicht ganz so ganz toll in der Wohnung geschlafen zu haben und das mit dem Metall vielleicht doch nicht ganz so empfehlenswert schien. Eine Tankstelle war auch nicht so weit. Ich liebte halt meine Wohnung. Ich blieb.

1.9.1 Besuche in der Notaufnahme, Pre-Darmsanierung und Alexandra Stross

Und landete in immer kürzeren Abständen in der Notaufnahme wegen Verdacht auf Herzinfarkt. Wurde stets ohne Befund und mit diesem bestimmten Lächeln entlassen. Das dritte Mal bekam ich Diazepam. Und das war toll! Wieder folgten einige HPs mit mässigem Erfolg, da Diazepam nicht so als Dauerlösung überzeugte. Aber ich ging meine Darmsanierung mit Hydro Colon an, was auch Unsummen verschlang, die ich mir Jahre später mit Einläufen getrost ersparte (wer die Kosten sparen will, lese die Bücher von Alexandra Stross. Ihre Bücher und Ursula Winkler retteten mir Jahre später nach der Kronenklebervergiftung das Leben. Mein Einstiegsbuch: „Natürliches Entgiften“). Und nach bestimmt 1200€ Hydro-Colon Behandlungen ärmer, dachte ich, jetzt ist die Zeit. Jetzt mache ich eine Leberreinigung.

1.9.2 Anthony William

Das Buch „Die wundersame Leber- und Gallenreinigung“ ist meines Erachtens eines von den drei Gesundheits-Büchern, die man immer im Schrank haben sollte um den Körper zu verstehen. Das zweite ist Alexandra Stross mit „Natürliches Entgiften“ und das dritte wäre Anthony William mit „Medical Food“ oder „Medical Medium“ weil er meines Erachtens mit der Virenbelastung in der heutigen Zeit weit vorne liegt und mir dazu niemand anderes einfällt, der für Laien die Wechselwirkungen zwischen zunehmend grobstofflicher Belastung in den westlichen Zivilisationen und Herpes Zoster/EBV fassbar erläutert. Aber ich merke auch, alles entwickelt sich stetig weiter. Und was gestern noch aktuell schien, ist es morgen vielleicht schon nicht mehr.

1.9.3 Leberreinigungen nach Moritz, Sauer, William und Übersäuerung inkl. Lebenserwartung

Nach heutigem Stand bin ich mir nicht sicher, ob bei der momentanen zunehmenden Entmineralisierung der westlich lebenden Menschen, die Leber-Reinigung nach Moritz, Sauer oder William noch das Mittel der Wahl ist. Ich muss ehrlich sagen, ich weiss es nicht. Ein Apfel hat heute noch 20% seines ursprünglichen Vitamin C Gehaltes. Von den Süss-Züchtungen mal ganz abgesehen. Auf die grundsätzliche Qualität von industriell verarbeiteten Lebensmitteln muss ich wohl nicht mehr eingehen. Ich habe Nahrungs-ergänzungsmittel (NEM) lange unterschätzt bis belächelt. Heute halte ich es für fatal unterversorgt in eine Ausleitung zu gehen. Und damit meine ich ohne die richtigen NEM. Auch das ist eine Welt für sich. Besonders auch bei Zahnthemen. Der Körper verbraucht für den Ausgleich Unmengen an Energie. Ob gesunde Ernährung da noch alleine reicht, wage ich momentan zu bezweifeln. Aber mir sagte auch Martin Schröder von Mazdaznan/Lichtweg, dass die Menschen nicht erkranken, weil zu wenig im Essen ist sondern weil sie viel zu viel essen. Und wenn ich dann lese, dass es bei Mick Jagger erst mit 14Jahren ein Stück Fleisch gab, wenig Zucker und sowieso eher wenig zu essen, höre ich hin. Weiterer Buchtipp: Galina Schatalova: „Wir fressen uns zu Tode“. Wird ja auch nicht umsonst diskutiert, warum die Kriegsgenerationen heute so alt werden. Trotz aller Hiobsbotschaften werden die Menschen zB in Westeuropa heute noch doppelt so alt wie vor hundert Jahren. Und mir sagte ein Freund, dass die meisten Menschen nicht am Hunger sterben sondern weil sie dabei zu schnell entgiften/vergiften. Da der Körper beim Fasten an die tiefen Depots geht. Und manchmal liegen die Dinge sogar einfach: Morgens und abends einen Teelöffel Baking Soda gegen Übersäuerung – kein grosser Akt aber der Grundbaustein für ein basisches Körpermilieu. Darin gedeihen keine Krankheiten. Und dafür gab es immerhin schon 1931 den Nobelpreis.

Die Reinigungen sind nicht ohne. Die Fettmassen können die Bauchspeicheldrüse überfordern. Bittersalz den Darm zerschiessen, je nach Belastungsgrad. Die Leberreinigung von Sauer verwendet kein Bittersalz sondern schonendere, unterstützende und natürliche Mittel für den Darm. Wenn der Darm im Argen liegt, nimmt man beim Ausleiten den ganzen Rotz wieder darüber auf. Moritz spart das Thema Darmsanierung VOR einer Leberreinigung meines Erachtens zu sehr aus, weil die Gedärme zu seiner Zeit vermutlich noch nicht so arg belastet waren. Die aktualisierten Moritz-Bücher haben das Kapitel Darmreinigung/Darmsanierung angepasst. Das ist nicht dasselbe. Denn welchem Darm geht es heute noch gut? Aber es bleibt auch die Frage, was ist die Alternative? Aus mir kamen kiloweise intrahepatische Steine. Im Gro sind die Leberreinigungen bei mir genau so verlaufen, wie Moritz es in seinem Buch beschreibt. Aber mir ging es auch sehr schlecht obwohl jede, wirklich JEDE Leberreinigung neben all den Nebenwirkungen immer eine Verbesserung brachte, so unterschiedlich auch jede war. Nach drei Mal war meine Haut wie Krepppapier, was sich regulierte. Leberflecken verblassten. Besenreiser und Falten schwanden. Ich bekam eine Haut wie ein Baby. Meine Cellulite schwand. Meine Mutter konnte nicht glauben, was für dünne Beine ich plötzlich hatte. Aber es ist nix für Pussies. Unbegleitet schon gar nicht. Obwohl es auch durchaus Fälle gibt, die mehrere Reinigungen machten ohne grosses Drama. Als bei mir nach der dritten Reinigung trotz des Benefits immer noch keine Steine kamen, dachte ich schon an’s Aufhören. Mit der vierten Leberreinigung ging der Steinschlag dann erst richtig los.

1.9.4 Die Box der Pandora

Jeder sollte wissen, dass man mit der ersten Leberreinigung die Box der Pandora öffnen kann. Wer dazu nicht bereit ist, mit allen Konsequenzen, der sollte sich das tunlichst überlegen, wenn er die Wahl noch hat. Auch eine Frage des Vergiftungsgrades. Es kommt mit den Leberreinigungen nicht nur grobstofflich sondern auch emotional alles, wirklich alles wieder hoch. Ich heulte monatelang täglich Rotz und Wasser und konsultierte parallel auch viele Körpertherapeuten, die nur beim Handauflegen nicht enden wollende Wasserfälle zum Laufen brachten. Ich konnte erst danach bei vielem Emotionalem überhaupt an Abschied/Loslassen denken ohne zu wissen wie das genau geht. Ich musste nochmal in die Kirche meiner Oma, die heute plötzlich so klein erschien. Ich musste nochmal zurückkehren zu dem Ort wo ich gross geworden war, wo mir der Abschied vor Jahren nicht möglich war. Und es floss und floss und floss.

1.9.5 Veränderte Wahrnehmung, die Liebe des Lichts

Ich muss auch gestehen, dass nach einigen Leberreinigungen das Berühren von Pflanzen und Ästen im Wald dem Berühren von Menschen glich. So sehr veränderte sich damit meine Wahrnehmung. Der Zustand währte nicht ewig. Heute fühle ich beim Umarmen von Bäumen wenig ausser wie mein Körper im Wald grundsätzlich aufatmet. Und zwar auf sämtlichen Kanälen. Ähnliche Erfahrungen machte ich nach einem workshop von Sadghuru „Inner Engeneering“, bis ich vom ewigen an sich arbeiten, vom nicht schwinden wollenden Optimierungsdruck die Schnauze voll hatte. Aber das erste Mal begriff ich damals, wie es ist, wenn die Sonnenfrequenz im Körper durchkommen kann, weil die Leber frei ist. Ich war pure Freude. Einfach so. Dafür brauchte es auch niemand anderes. Es reichte einfach da zu sein. Vielleicht ist es das wovon immer alle sprechen wenn es heisst, wir wären Liebe. Vielleicht ist das das Licht. Ja, ich kann bestätigen, dass es diesen Zustand gibt. Der der grundlosen Freude. Einfach so.

Anthony William dauert nach meiner Vermutung vglsw. ewig. Mir hat der Sellerie-Saft auch geholfen, ja. Auch das Fett-freie war ein Segen für meine Leber eine Zeit. Aber die Leberreinigung nach Anthony William ist mit Verlaub auch keine Coctail-Party. Jedenfalls tönt es in den Gruppen nach ähnlich heftigen Erfahrungen, egal ob mit oder ohne Fett. Und was er gegen die Leberreinigung mit Fett und den angeblich verseiften Steinen schreibt, stimmt nach meiner Erfahrung nicht. Ein Geist weiss vielleicht auch nicht alles. Aber einige schwören auch auf AW. Wegen dem Fett bin ich noch zu keiner abschliessenden Erkenntnis gelangt. Auch einige „MCSler“ halten an AW fest.

Nach meiner Erfahrung ist Anthony William ein Segen für ein neues bzw. in Vergessenheit geratenes Verständnis von Wechselwirkungen unserer Zeit, der Rückbesinnung und Wertschätzung zu Mutter Natur, inkl. (Ernährungs-)Gaben und innewohnendem Geist. Aber nach meiner Erfahrung für diffizilere Zahnthemen definitiv nicht der Mann der Stunde. Gerade was das Thema Fruchtzucker betrifft. Florian Sauer bekam nach Ernährungsumstellung durch zuviel Obst eine Fettleber. Und auch wenn es bei AW heisst, dass der Stand der Zähne immer die vorausgegangenen Jahre an Belastungen spiegelt, nützt mir das wenig, wenn ich JETZT Zahn-Stabilität suche und deutlich spüren kann, wie Fruchtzucker dabei keine grosse Hilfe birgt. Obwohl mich eine Zeit Tütenweise Datteln überleben liess, als ich mit Kronenkleber rasant an Gewicht verlor und wieder fast nix mehr vertrug. Da kannte ich Anthony William noch gar nicht.

1.9.6 Diagnosen und deren Sinn, Hauptursache fast sämtlicher Krankheiten

Diagnosen und Benennungen sind bei der Heilung übrigens weniger förderlich. Aber manchmal hilft es Umstände kommunikativ sanft zu umranden, um sich besser einspielen zu können, wo es vordergründig konkret zwackt.

Nach meiner Erfahrung sind Krankheiten zu 99% auf verstopfte Verdauungsorgane zurückzuführen und fertig. Ob durch emotionalen Stress, nicht „artgerechtem Lebensstil“ (zB „Sitzen ist das neue Rauchen“) oder toxische Stoffe, unsachgemässe Ernährung und Übersäuerung, fast egal. Der Effekt ist meist derselbe. Cholesterinsteine bilden sich genauso durch Stress. Da zitiere ich gern Andreas Moritz: „Symptome sind dann wie Sand in der Hand.“ Und ich kann nichtmal genau sagen, welchen Unterschied der eine Prozent macht. Denn das mit den Genen und der DNA scheint auch veränderbar. Aber dazu später mal mehr.

1.9.7 Mehrere Wege nach Rom und 16 Leberreinigungen

Meines Erachtens gibt es immer mehrere Wege nach Rom und die entwickeln sich stetig weiter. Der Körper muss bei Entgiftungen Schwerstarbeit leisten. Unterversorgt hat er kaum eine Chance. Ich unterschätzte das bzw. wusste das nicht. Fakt ist, meine Brust fühlte sich damals an wie in einem Drehstock inkl. wiederholtem ständig unberechenbaren Herzpoltern.

Ich schiss mir bei meiner ersten Leberreinigung fast in die Hosen. Mein Lieblings-gitarrist schlief bei mir und fragte stündlich nach meinem Befinden. Andi, Du bist immer in meinem Herzen. Ich werde Dir das nie vergessen. Ich fühlte mich wirklich sicher. Du hast eine Art für Menschen da zu sein, wenn es brennt – das ist einzigartig. Als ich ansetzte das Bittersalz beim ersten Durchgang zu trinken, in der Befürchtung, die Welt würde nun gleich untergehen, hielt Andi meine Hand. Hab so so Dank, Bro. Aus tiefstem Herzen.

Und siehe da, die Welt war noch da! Insgesamt machte ich 16 Reinigungen. Die drei letzten nach Sauer. Aber auch Florian Sauer sagte mir nach der zehnten: „Hören Sie sofort auf damit, Frau Seeland, Ihre Bauchspeicheldrüse weiss gar nicht was los ist!“ Eine Begleiterin, die mich in meiner ersten Zeit mit den Leberreinigungen rettete, machte bestimmt fünfzig und schwört darauf. Aber vielleicht hat die auch einen Oxendarm und keine Schwermetall- und/oder Kronenklebervergiftung. Sie meinte, bei ihr ging es erst nach der 25. Leberreinigung bergauf. Na, vielen Dank. Sie vertreibt auch NEMs einer Schweizer Firma, die mir in meinen schlimmsten Stunden immer weniger helfen konnten aber ohne ihre Begleitung und Peppelung bei einigen Leberreinigungen, weiss ich nicht ob ich noch wäre. Mit und nach den Leberreinigungen fühlte es sich an, als ob regelrechte Brocken aus meinen Darm gerissen wurde. Es brannte fürchterlich. Ihre Eier hatte ich nicht. Zumal meine Darmperistaltik mit der 16. Leberreinigung zum Erliegen kam. Vielleicht waren „Eier“ bei mir aber auch nie Thema. Ich war immer schon ein Durchzieher. Denn es erscheint mir durchaus berechtigt, wenn Anthony William sagt, dass die Leber eben auch nicht ständig gepusht werden mag.

Unmittelbar bevor der Kronenkleber bei mir nach Kronensanierung draufkam, war ich meines Erachtens schon wieder etwas zurück auf dem Weg. Meine Verdauung regulierte sich nach zehn Reinigungen. Mein Stuhl hatte direkt nach den Reinigungen zunehmend eine Lehrbuch-mässige Konsistenz und Farbe. Anfangs immer nur einige Tage nach den Reinigungen, bis Schlacken nachrutschten.

Fakt ist, das Herzpoltern und der Drehstock der Brust waren nach der ersten Leberreinigung verschwunden. Ich dampfte. Besonders aus meinen Füssen. Ich spürte eine Leichtigkeit wie lange nicht, die Energie durch meinen Körper, durch die Füsse nach draussen fliessen, aufsteigen und meinte natürlich gleich am nächsten Abend wieder mit der Band spielen zu müssen, weil nun alles erledigt war. Weit gefehlt. Steine konnte ich noch keine entdecken aber was da ins Rutschen gekommen war, rutschte schnell nach. Ich wusste, das würde nicht meine letzte Leberreinigung sein. Aber dieser Drehstock in der Brust und das damit verbundene Herzpoltern, was nochmal deutlich von dem durch Gärungsprozesse im Darm, EBV, Herpes Zoster an Zähnen und Herzen, deutlich zu unterscheiden ist, kam so nie wieder.

1.9.8 Entgiftungen für jedermann oder für verschiedene Arten von Vergiftung

Wenn ich mit den Jahren und auch heute noch lese, wie lange die Menschen mit Ausleitungen mitunter zu tun haben, wo erst hochdiffizile Protokolle nach Cutler oder oder oder halfen oder was alles auch nicht, weiss ich nicht, ob normale Entgiftungen bei Cholesterinsteinen in der Leber, von den Einlagerungen durch Metalle inkl. deren Auswirkungen nochmal zu unterscheiden sind. Was ich nur sicher weiss, die wenigsten wissen davon und können das überhaupt unterscheiden.

Hätte ich gewusst, dass es für den Körper einer Katastrophe gleichkommt, mit Kronenkleber auszuleiten bzw. Leberreinigungen zu machen, während der Körper dieses Material gar nicht ausleiten kann, wäre mir einiges erspart geblieben. Aber wie hätte ich denn wissen können, dass es zwischen Metallkronen und Kronenkleber einen Unterschied beim Ausleiten gibt? Immerhin hatte ich bei sämtlichen Leberreinigungen noch alle Metallkronen drinnen gehabt und das funktionierte wunderbar. Ich machte mit Kronenkleber noch sechs weitere Leberreinigungen. Und trotz des Benefits, der wirklich auch immer noch jedesmal da war, merkte ich deutlich, hier stimmt etwas nicht. Schmerzen im Darm, Milz, Bauchspeicheldrüsenbereich nebst unzähligen heftigsten Symptomen taten sich nach Kronensanierung in nie geahnter heftigster Art und Weise auf, die erst mit zahlreichen Extraktionen nachliessen. Und mir wurde immer mehr bewusst: Die Antworten muss ich mir selbst suchen. Niemand nimmt dich an die Hand. Heute weiss ich, dass bei Metallkronen Zemente verwendet werden, die verträglicher sein können als Kronenkleber, der bei Vollkeramik Verwendung findet. Eine Zahnärztin sagte mir Jahre später, Zahnfleisch liebt Keramik aber hasst Kronenkleber und bei Vollkeramik würde durch Schleifen viel mehr Zahnsubstanz abgetragen als bei Metallkronen. Und diese Aussage wird ein anderer Zahnarzt vermutlich sofort wieder bestreiten. Also, es wurde schwierig mit richtig und falsch.

1.9.9 Auftakt Abstrusistan: Wenn ganzheitliche Zahnärzte helfen und kaputtsanieren

Vor der folgenden Kronensanierung hatte ich weder Nikos (oder übersehen), CMD (oder übersehen), Fisteln oder jegliche Art von Überreaktion auf Materialien, geschweige denn Symptome einer MCS. Ich vertraute mich einem der bestbewertesten ganzheitlichen Zahnärzte in ganz Hamburg an. Er wollte mich retten.

Und ich dachte voll des Vertrauens: „Wenn Du das hinter Dir hast, hast Du es endlich geschafft.“

Amalgam und andere Jugendsünden

Amalgam und andere Jugendsünden

 

Irgendwas stimmte nicht.

Ich wusste nicht sofort was. Kam auch nicht über Nacht. War Anfang vierzig und nie hypochondrisch. Hatte körperlich in meinem Leben außer wenige Allergien und ein paar Haut-Überempfindlichkeiten wie schnell blaue Flecken oder unerklärliche Pusteln, die so schnell schwanden wie sie kamen, zzgl. der damals vermutlich noch eher mädchentypischen Essstörungen unserer Zeit, den genannten Unterleibsbeschwerden beim Sport und in den Beinen, keine Gebrechen gehabt (Empfehle da Inke Jochims. Ihr Buch hilft. Tausend Sachen helfen bei Essstörungen nicht. Probierte unzähliges. Sucht halt. Unheilbar. Dachte ich. Das Buch von Inke Jochims kommt einem kleinen Wunder gleich. Wurde clean. Mochte nicht mal mehr Kaffee. Das heißt schon was. Denn ich liebe Kaffee.).

Und nein, ich hatte damals keine Probleme mit meinen Zähnen infolge meiner Essstörungen. Sämtliche Zahnärzte waren voll des Lobes und die meisten Menschen von meinen makellosen Zähnen derart begeistert, was mir nur einen undankbaren müden Gähner entlockte. Ich ließ es an Zahnpflege nie Übermass mangeln, kotzte für dieses Krankheitsbild wirklich in Maßen und ernährte mich vielleicht nicht mega, aber auch nicht richtig, richtig schlecht. Dafür, dass die Psyche bei dieser Erkrankung wirklich eine Rolle spielt, wunderte es mich bloß, dass ich damals nicht schon zahlreich Zähne verlor, wie es emotionaler Zahnliteratur entspricht – sondern Haare. Weswegen ich auf die esoterischen Zahnhansel auch weniger gut zu sprechen bin. Natürlich hat die Psyche einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Ich bestreite das nicht. Trotzdem ändert das nichts daran, dass mein Haarausfall nach Entgiftung und Wechsel zu Fluorid-freier Zahnpasta sofort schwand. Das Problem ist nicht die geistig-seelische Ebene, sondern dass es kaum Leute gibt, die zwischen Toxizitäten und psychischen Komponenten zu differenzieren wissen. Übermass Quatschen in der Psychotherapie erfreut sich schon länger vermutlich nie dagewesenen Erfolges (Christine Seidel „Wenn die Seele nicht heilen will.“ Mega wichtiges Buch). Mich kurierte von meinen Essstörungen ein Buch über die Biochemie des Körpers und Umstellung meiner Ernährung – und eben keine Psychotherapie. Was nicht bedeutet, dass sämtliche meiner emotionalen Themen gelöst waren. Aber ich kotzte nicht mehr. Sondern dachte nach Jahrzehnten Hölle endlich nicht mehr 24 Stunden rund um die Uhr nebst all dem anderen was ich tat, ans Essen bzw. Nichtdürfen. Chapeau! Jeder der süchtig war, weiss um diese Hölle. Aber nicht unbedingt darum, was es bedeutet clean zu sein. Nach meiner Erfahrung ist es schaffbar.

Ich tanzte körperlich und geistig Übermass leistungsfähig auf zahlreichen Hochzeiten. Hatte im Grunde eher (zu-)wenig bis kein Verständnis für die Gebrechen anderer, außer bei „seriösen Diagnosen“. Auch als ich mich von einem Zahnarzt besabbeln ließ, sämtliches Amalgam zu Kunststoff zu tauschen – keine Probleme. Amalgam im menschlichen Körper als bedenklicher Fremdstoff, fand keine Erwähnung aber dass Kunststoff auf jeden Fall schicker aussähe als Metall, schon. Ich weiß nicht mehr, ob es nur Tage oder Wochen waren, bis der Kunststoff in meinem Mund bröckelte und beim nächsten Zahnarzt wieder ordentlich Amalgam reinkam, der vermutlich keine schicke Praxis mehr abzahlen musste. Da war ich noch jung.

Ich weiß auch nicht mehr, ob ich zuerst Probleme mit der Schulter bekam oder nix mehr so richtig essen konnte. Meinem Darm schien es auch nicht so gut zu gehen. Meine Schulter sollte operiert werden. Auch Impingement oder Frozen Schulter genannt. Reguliert sich bei einigen von selbst, wie ich später hörte. Hatte damals wirklich von weniger als nix ne Ahnung. Fragte schon nach einem OP-Termin. Zum Glück kam es dazu nie. Nachdem ich bei einem Orthopäden landete, der bei mindestens 60 % seiner Kollegen im Krankenhaus von Verbrechern sprach, mir meinen Arm in wenigen Terminen fast herausriss, womit die Symptome aber schwanden, klingelte es bei mir plötzlich, als ich eine Sprechstunden-Hilfe am Telefon beiläufig sagen hörte: „Haben Sie noch Amalgam?“ Ja, das hatte ich. Und ich wohnte zudem noch seit zehn Jahren direkt neben einer Aluminiumgießerei. Eine explosive Kombi, wie ich später erfuhr (Dr. Joachim Mutter).

Und natürlich verbockte auch ich mehr als reichlich. Färbte meine Haare zehn Jahre wasserstoffblond. Erinnere mich nach jahrelanger Ausleitung immerhin wieder daran, wie ich beim Friseur mal reichlich benommen vor mich hin dämmerte, während sich das Wasserstoffperoxid brennend durch meine Kopfhaut fraß. Mit dreißig musste dann noch ein Ganzarmtattoo her. Respektive, mein Tattoo liebe ich noch immer. Von Schwermetallen hatte ich damals keinen Schimmer. Mein Tätowierer, Pfund von einem Typ und wirklich Künstler an der Nadel, selbst auch ganzkörperbehübscht, gestand mir erst jüngst, er wäre körperlich ein Wrack. Heute würde ich besonders jungen Menschen vom noch so kleinsten Tattoo entschieden abraten. Nicht, weil nicht auch einige Menschen mit Amalgam und Tattoos keine Probleme haben mögen, sondern die Zusammenhänge selten eindeutig sind. Nie klar ist, wann ein System kippt. Wann ein Quäntchen Fremdstoff plötzlich zu viel gewesen sein kann. Ja, ich weiß natürlich von denen, die sich ihr Leben einen Dreck um Ernährung und ihr geistiges Niveau scheren und trotzdem nicht vorzeitig ins Grab kippen. Vielleicht haben die keinen EBV oder bessere Gene. Das nützt nun mal wenig, wenn es bei einem selbst anders ist. Meine Mutter dibberte und dibberte immer und immer wieder: „Tina, das Amalgam muss raus! Ernähre Dich auch von Gemüse!“ Ob mich das interessierte?

Nein.

Meine Mutter ernährte mich und meine Geschwister wie man es sich nicht besser wünschen kann. Ich danke ihr dafür von Herzen und bin überzeugt, dass die Basis eine grosse Rolle spielt und das ist gerade bei jungen Menschen nunmal auch die Ernährung, Gene hin oder her. Bzw. sonst wären die Gene bei den vorangegangenen Generationen nach meinem Verständnis eben gar nicht erst so gut geworden, oder?

Der Beginn: Symptome

Der Beginn: Symptome

 

Tja, kommen wir schon vergiftet zur Welt? Oder nimmt es nur in den letzten Jahren zu? Fällt stärker auf? Mütter ent­giften ins Baby, das stimmt. Warum wurde das nochmal so von Mutter Natur eingerichtet? Weil Kinder noch besser mit Giften klarkommen als ältere Generationen?

Nach meiner Vermutung kann der Körper grundsätzlich immens lange ausgleichen. Bei Toni Kroos‘ Augensäcken frage ich mich z.B. immer, wie der das bei dem Leistungspensum schafft ohne mich mit Toni Kroos vergleichen zu wollen. Ich hatte bis Ende dreissig unbändige, wirklich unbändige Energie. Nichts war mir zu viel. Studium, drei Jobs gleichzeitig, schlafen, wozu? Rauchen super! Ok – Alkohol mochte ich nie so richtig. Frühwarnhinweis: belastete Leber? Morgens dicke Finger und geschwollene Augenlider inkl. ..

Niemals wäre ich allerdings auf die Idee gekommen, dass die permanenten Schmerzen in den Beinen, die nur mit täglichem Tragen von Stützstrumpfhosen Linderung erfuhren, irgendwas mit meinen Amalgam-Zahnfüllungen zu tun haben könnten. Ich konnte nie lange stehen. Meine Oma väterlicherseits hatte dermassen dicke Wasser-Beine und reichlich Metall im Mund und wurde trotzdem über achtzig. Vererbt? Prädispositioniert? Warum manche Kinder sterben, wenn der Körper doch so toll ist? Ich weiss es (noch) nicht.

Ich boxte mal für die Hamburger Amateure. Wurde mit Ende zwanzig Hamburger Vizemeister im Weltergewicht. Aus damaligem Mangel an Konkurrenz. Heute hätte ich da nix mehr zu suchen. Meines Erachtens war ich für Boxen auch nie sonderlich begabt. Wer da aber mal reinschnuppert, weiss was das Training an Quälerei bedeutet. Emotional kann Bewegung über einen langen Zeitraum regulieren. Ohne hätte ich damals vielleicht noch jemanden totgeschlagen. Das Konditionstraining ein Graus: Treppen und Liegestütz. Bekam mehr Kondition aber bei Treppen, Liegestütz und Klimmzügen war schnell Schluss, egal wie sehr ich mich schindete. Wurde nie besser. Vermutlich hatten Leber und Galle schon damals gut zu tun. Wusste auch nie, dass Sport bei zu starker Verschlackung auch nicht das Mass der Dinge ist, so man Toxe nicht rausbringt. Durch Übermass Sport sollen intrahepatische Steine in der Leber übrigens genauso entstehen wie durch Stress oder falsche Ernährung/Vergiftung.

Wahrscheinlich war ich schon als Kind und Jugendliche belastet, was sich durch allerhand merkwürdige Symptome im Unterleib äusserte ohne dass es der unbändigen stets verfügbaren Energie in mir irgendwie Abbruch tat. Mal abgesehen davon, dass ich zum Leidwesen anderer – und nicht zuletzt mir selbst gegenüber – ein grundsätzlich eher nerviges, unruhiges Wesen hatte und schon als Kind von einigen Impfungen wegen zu heftiger körperlicher Reaktionen befreit wurde. Davon erfuhr ich dann mit fast fünfzig.

Der menschliche Körper ist nach meiner Erfahrung wirklich, ganz ganz wirklich, ein so unglaubliches Wunderwerk, dass mir schon wieder nach einem Demutsknicks ist. Vermutlich wuchsen damals schon Myome in meinem Unterleib um den gröbsten Müll zu parken, wo er noch nicht all zu doll stört. Auch wenn das schonmal mit unsäglichen Schmerzen beim Joggen einhergehen kann. Und vielleicht wurden damals auch die ersten spinnerten Ideen für esoterische Begründungen geboren. Nichts gegen die geistig-seelische Ebene. Dazu später mal mehr. Aber mir wurde in den letzten Jahren wiederholt ein so unglaublicher Bullshit erzählt, dass der geistig-seelischen Ebene meines Erachtens auf ewig Schadensersatz zusteht. Höre das geistig-seelisch-Lager schon euphorisch aufschreien: „Ha, da haben wir`s: Totgeschlagen! Da liegt der Hase doch eindeutig begraben!“ Dass Wut eine unglaublich konstruktive Kraft sein kann, ist dabei vermutlich genauso wenig anerkannt wie Studien über die entspannende Wirkung von Heavy Metal.

Auch sämtliche Venenspezialisten, die sich regelmässig meine Venen anschauten, weil ich wegen der angeblich vererbten genbedingten Venenschwäche meiner Mutter zweimal im Jahr ausgesprochen dankbar die eher unbeliebten Stützstrumpfhosen auf Rezept bekam, schüttelten meist nur ungläubig den Kopf: „Frau Seeland, ich verstehe das nicht. Ihre Venen sehen wunderbar aus.“ Vielleicht kann sich jemand vorstellen, wie gross schon damals die Schmerzempfindungen in den Beinen gewesen sein müssen, wenn der Tag neuer Stützstrumpfhosen einem Festtag glich, da die Schmerzentlastung bei neuen Strümpfen grösser war als bei eingetragenen. Niemand, wirklich niemand trägt freiwillig Stützstrumpfhosen, wenn er es nicht muss und schonmal erlebt hat, wie schwer man die Dinger überhaupt anbekommt. Heute weiss ich, dass Quecksilber im Bindegewebe geparkt wird. Meine Beine waren abends auf unerklärliche Weise dicker als morgens. Alles schmerzte im Stehen. Als konnten meine Beine mich nicht alleine tragen. Nachdem mein Amalgam Jahrzehnte später komplett raus war, brauchte ich plötzlich keine Strumpfhose mehr. Die Schmerzen waren weg.

Und das obwohl ich noch gar nicht ausgeleitet hatte und bevor das Drama erst so richtig begann.

Vorwort und Inhaltsangabe

Vorwort & Inhalt

 

Ein Oxymoron: Eile mit Weile also leide mit Gewinn?

Ich habe mich lange gefragt, warum ein Blog, warum Wiederkäuen, warum nicht Wiederkäuen – ist das überhaupt ein Wiederkäuen? Wo ist die Schnittstelle zwischen pathologischem Im-Kreis-Drehen und heilsamen Benennen von Ungesehenem? Wer muss da was sehen oder gerade nicht? Wer sieht zu viel und sagt vielleicht nichts? Und müssen „Dinge“ von allen Beteiligten gesehen werden, um heilsam zu gehen? Oder wenn nicht, wie dann und warum?

Warum finde ich in einem Land, was an Wohlstand für Menschen im globalen Vergleich die letzten 50 Jahre kaum zu übertreffen schien, immer weniger Strassen, in denen mich kein Schild mit Titel Arzt oder Therapeut anlacht? Mit immer weniger Antworten, je mehr ich bezahle bzw. einer Schnitzeljagd gleichkommend, überhaupt jemanden unter unzähligen zu finden, der wirklich um Zusammenhänge weiss? Warum sehen viele Gesundheitsgurus todkrank aus? Warum gilt die geistig seelische Ebene übergeordnet, während jedes achte Kind heute autistisch geboren wird und mit flüssigem Zeolith wieder zu sprechen beginnt? Warum können Heiler einen richtigen Knall haben aber trotzdem oder gerade deswegen helfen? Warum schreiben Menschen erfolgreiche Bücher über Methoden, die bei ihnen selbst mitunter weniger zu funktionieren scheinen? Oder folgt genau dem Paradox die Logik des Lebens?

Die Wahrheit begegnet mir meist in der Mitte, bis ich mich fragte ob ich die Mitte suche, zu jedem Ansatz zeitgleich den Widerspruch erntend, 50/50 – bis das Gehirn zerspringt. Aber daraus vielleicht heilsamer denn je geboren, mehr bei sich zu bleiben, als DIE Investition in eine doch noch oder gerade erst zuversichtliche Zukunft. Wahrheit für alle überholt? Oder neues Credo derer, die es schlicht nicht besser wissen? Naturgesetze funktionieren ja auch nicht mal und mal nicht. Es werden nach meiner Erfahrung auch nicht alle beknackter. Im Gegenteil. Da hat sich einiges getan. Was am Ende wirklich stimmt, nehme ich wohl anteilig mit ins Grab. Und das ist zum Glück erstmal langfristig verschoben. Dass ich hier massgeblich schreibe um zu helfen, stimmt übrigens nicht. Wenn andere Menschen auch damit geholfen wäre, sich in Teilbereichen wieder zu erkennen, vielleicht einige Sackgassen abzukürzen, sich in Ihrem Leid nicht komplett alleine wägen : win win – aber auch hier gilt: ohne Gewähr.

Wieviel Leid scheint notwendig um zu verändern? Ich kann nur sagen, was ich erlebte, wünsche ich keinem. Auch rückblickend nicht. Und doch: Gab es Alternativen? Wäre ich mit meinem überreiztem Nervensystem in der hohen Taktung weiter gegangen, wäre ich vielleicht nicht mehr. Vielleicht aber auch doch. „Hätte Hätte Fahrradkette“ glaube ich eigentlich nicht. Und „eigentlich“ heisst übrigens auch doch.

Als ich nach jahrelanger Zahnodyssee mal wieder bei einem Zahnmediziner auf dem Stuhl sass, sagte der mir, „Frau Seeland, kommen Sie aus Ihrer Opferhaltung, lassen Sie den Kronenkleber entfernen, wenn Sie meinen, dass es das ist.“ Er rettete mir damit zunächst das Leben. Zeitgleich möchte ich immer jedem in die Fresse hauen, der betont, es gäbe keine Opfer und Täter und jeder wäre Schöpfer seiner Realität.

Nur weil sich Menschen mitunter in ihrem Leid ausruhen, (un-)bewusst nutzen oder keinen Schimmer davon haben – sich dadurch massgeblich weiterentwickeln, verändern – gibt es keine Opfer und Täter? Wie sagte Helmut Sonneberg – „Sonny“ gerufen – als Holocaust-überlebender Jude für mich auf Punkt: „Ich bin glühender Pazifist, aber wenn mir jemand sagt, dass es den Holocaust nicht gab, dem hau ich direkt in die Fresse!“ Danke, Sonny!

Vielleicht hat eben nicht immer alles einen Sinn. Bestenfalls ist Sinn eine Option. Auf jeden Fall ist alles was geschieht immer eine Option, sonst wäre es ja nicht geschehen. Warum und wieso auch immer. Selbst wenn die Esos mit Ihrem karmischen Bla-Bla am Ende auch noch Recht behalten mögen. Mein Zahnchirurg hält den Holocoust übrigens auch für eine Seelenverabredung. An Zähne-Nachwachsen glaubt er nicht. Mir wurde von genügend berichtet, die es geschafft haben sollen. Und warum Menschen in der 100% Überzeugung an die aktuelle Impfung verstarben, konnte er mir vglsw. nicht erklären. Also, was nun? Aber er erzählte mir von Fällen, die nur wegen einer Zahn-Krone mit Kleber in der Klapsmühle landeten. Job weg, Auto weg, Frau weg. Krone raus, neues Auto, neuer Job und neue Frau – ich hatte 6 Kronen mit Kleber.

Bücher mit dem Titel „Krankheit als Weg“ und „Erst danach hatte alles Sinn“ – so schön, so voller Hoffnung, von vielen bestätigt, gut verkäuflich. Komischerweise interessieren mich aber auch die Geschichten, die rückblickend wenig bis gar keinen Sinn machen. Berührt mich ein ehrliches: „Nö, ich kann nichts gutes rückblickend daran erkennen, unverschuldet nach einem Unfall vier Jahre im Krankenhaus gelegen zu haben.“, nicht minder als ein sterbendes Kind, im Alter von zwei, weniger oder mehr Jahren, deren Eltern und/oder das Kind auch noch selbst zu sagen vermochten, „Das war schon alles richtig so.“ Oder bin ich bockig?

Wie verarbeite ich, wenn mich ein Zahnarzt rettet und kreuzigt zugleich? Es vermutlich nicht besser wusste? Wenn der jahrelange Leidensweg einem 24 Stundenjob eines Journalisten gleichkommt, herauszufinden, was überhaupt passierte, solange man das neben der körperlichen Konstitution überhaupt noch kann, weil Beteiligte maximal zum Psychologen verweisen, keine Antworten haben, schweigen und/oder für 15 Minuten 80€ nehmen?

Zahnmediziner – eine Berufsgruppe, die statistisch nachgewiesen deutlich früher stirbt als andere. Wieso? Die einen sagen: Maurer. Die anderen wollen statistisch belegt wissen, dass sich die Qualität von Zahnersatz im Westen deutlichst verbessert hätte in den letzten Jahrzehnten. Dem wäre ich geneigt sofort zuzustimmen, vergleicht man die unzweifelhaft unschön klaffenden Löcher der so ursprünglich Lebenden mit dem westlich Übermaß in weiss erstrahlendem Zahnersatz. Nur Karies gibt es noch. Und Karies bekommt der Mensch allein. Nicht durch den bösen Zahnarzt.

Angeblich spielen dabei emotionale Konflikte die viel grössere Rolle als Zucker oder oder – und wenn es stimmt, gibt es schon Heilfrequenzkapseln worin jeder Mensch wohl nach einer halben Stunde geheilt wäre – egal von was. Karies sollte dann wohl zu schaffen sein.

Der Abgesang auf die böse Pharma, die vermutlich am Ende des Tages auch in der Tat weniger unböse ist, soll übrigens weniger Gegenstand meines Protokolls sein. Vielmehr die Differenzierung von Toxitizität, Unverträglichkeit vielerlei Ursprungs und feinstofflichem Einfluss.

In diesem Zuge z.B. auch die Frage nach Huhn oder Ei mit Zeitgleichheit zu beantworten ist (Zitat Frank Lotzkat aus seinem Buch „Eine kurze Geschichte über die Menschheit“). Es rückblickend deswegen vielleicht passt unglaubliches Leid zu erleben und sich zeitgleich trotzdem geschützt und geführt zu fühlen? Ich konnte letzteres in meinen dunkelsten Stunden nicht lückenlos wahrnehmen, respektive. Dachte auch mal, geniess den Frühling, den nächsten gibt es für Dich vielleicht nicht mehr. Aber aber blablabla — plötzlich ist man selbst die Art von Patient, die alles verkompliziert. Früher immer sofort einen Klugschiss für schwieriges Klientel parat. Nun war ich das also selbst. Aha.

Komme ich emotional bei mir an, sei es auch erst mit fünfundsiebzig Jahren, sagte mir jüngst eine Bekanntschaft, spielt Zeit eigentlich noch welche Rolle? Beginnt nicht die Zeitlosigkeit, wenn sich im Körper emotionales richtet, was einen mitunter unzählige Jahre Kraft und Zeit raubte und plötzlich binnen einer Sekunde erlischt – und genau diese Sekunde plötzlich die Unendlichkeit verheisst? Wäre das nicht besonders bahnbrechend für die, die immer meinen etwas verpasst zu haben?

Ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Was dadurch für wen zum Fakt wird oder nicht, muss wohl in der heutigen Zeit jeder selbst entscheiden. Was funktioniert, gibt es genug. Was nicht aber auch. Was bei wem und was nicht, ist die Herausforderung. Genauso, wie das alles miteinander zusammenhängt oder eben nicht. Das versuchte ich die letzten Jahre herauszufinden, weil ich merkte, dass die wenigsten darüber zu wissen scheinen trotz Tuns mit weitreichenden Folgen.

Also, Fortsetzung folgt.

Vorschau Inhaltsangabe:

Der Beginn: Symptome
Amalgam und andere Jugendsünden
Entgiftung 1.0

1.1 Hausärzte und Bleiwerte
1.2 Leitungswasser und Schulmedizin
1.3 Wechselnde Heilpraktiker nach Klinghardt und ohne
1.4 Qualität von Testergebnissen bei toxischen Wohnräumen
1.5 Depressionen, Psychotherapie, Verzeihen auf Knopfdruck
1.6 Fachqualifizierte, Nichtwissende, deren Kosten und Generalansagen
1.7 Amalgamsanierung mit Kofferdam
1.8 Andreas Moritz : Die wundersame Leber- und Gallenreinigung
1.9 Aluminiumgiesserei als Nachbarn oder auf zwei Augen blind?
1.9.1 Besuche in der Notaufnahme, Pre-Darmsanierung und Alexandra Stross
1.9.2 Anthony William
1.9.3 Leberreinigungen nach Moritz, Sauer, William und Übersäuerung inkl. Lebenserwartung
1.9.4 Die Box der Pandora
1.9.5 Veränderte Wahrnehmung, die Liebe des Lichts
1.9.6 Diagnosen und deren Sinn, Hauptursache fast sämtlicher Krankheiten
1.9.7 Mehrere Wege nach Rom und 16 Leberreinigungen
1.9.8 Entgiftungen für jedermann oder für verschiedene Arten von Vergiftung
1.9.9 Auftakt Abstrusistan: Wenn ganzheitliche Zahnärzte helfen und kaputtsanieren

Metallkronen
Entgiftung 2
Kronenkleber
Entgiftung 3
Beinbruch und Kronenkleber
Immernoch Zähne
Auf der Suche nach dem Retter
Das Thema Zähne wird zur Odyssee
Vertrauen auf eigene Entscheidungen
Über 40 Begleiter (Ärzte, Heiler, HPs und Methoden)
Zahnärzte – was machen die eigentlich (auch die „Ganzheitlichen“)?
Wohngerüche (-Gifte)
Frieden in Sicht
Zu früh fürs Resumee

Kulturstiftung
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