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4. Metallkronen, metallfreies Zirkon, Kronenkleber und Stunde Null

Wie heisst es so schön: wer sparen will, zahlt zweimal. Mein Motto beim Zahnarzt lautete stets: „Machen Sie was gemacht werden muss, solange es der Gesundheit dient. Hauptsache bezahlbar. Wie es aussieht ist mir egal.“ Bums, hatte ich auf ehemals Amalgam-gefüllten Zähnen sechs Kronen und eine Brücke – metallummantelt. Wie mir später erst bewusst wurde. Hatte mich das bei Sanierung interessiert? Nö.

1. Preiswerte Kronen

Angeblich wurde unter den Kronen, die wenige Jahre später wieder entfernt wurden, Amalgamsplitter gefunden. Heute frage ich mich, ob ich von der Logik her vor der ersten Kronensanierung beim Abschleifen der Zähne auch schon einen Atemschutz gebraucht hätte. Bewusst gemerkt hab ich nix. Metallummantelte Zähne erkennt man an schwarzen Rändern direkt am Zahnfleisch. Die Zahnärztin war stets hilfsbereit. Hatte an ihrer Arbeit nie was zu mäkeln. Sie schob mich auch schnell mal dazwischen wenn ich mir einen Zahn abgebrochen hatte mit nicht wirklich aushaltbaren Schmerzen. Ich war immer dankbar. Und wir beide strahlten über den ausgesprochen guten Preis von ca 2000€ für sämtliche Überkronungen. Dass ich relativ schnell ein ungutes Kaugefühl unter den Kronen entwickelte, ignorierte ich. Tja, und dann waren auch schon wieder zwei Jahre vorbei und ich hatte ganz andere Probleme. Ich erinnere nochmal bei der Zahnarztin gewesen zu sein. Sie konnte mit meinen diffusen Symptomen nix anfangen und meinte, das käme nicht vom Amalgam. Sonst müsste sie ja schon tot sein. Aber sie sagte auch, „Sollte ein Unverträglichkeitstest auf das Kronenmetall positiv sein, kommen Sie wieder.“ Ich gab ihr nicht die Chance zum Nachbessern. Ich liess mich vom Folgezahnarzt aufstacheln. Als ich Jahre später mit seinem Gutachten ankam, wollte sie von ihrem Zugeständnis bei Unverträglichkeit nichts mehr wissen. Wird dem behandelnden Zahnarzt keine Möglichkeit zum Nachbessern gegeben, verfällt jeglicher Anspruch auf Entschädigung. Nachher ist man immer schlauer. Zudem konnte ich ja auch keinen positiven LTT vorweisen.

2. Haltbarkeit von Kunststofffüllungen, ganzheitliche Zahnärzte Praxis Nr. 2

Ferner erschienen mir die sechs Kunststofffüllungen für über 600€ als Ersatz für`s Amalgam derart mager aufgefüllt und die „hält-ca.-fünf-Jahre-Prognose“ wurmte. Schien so ja wieder nur eine Frage der Zeit, bis erneut eine Ecke abbrach etc. .

Ich wünschte eine zweite Meinung. Und landete in einer ganzheitlichen Praxis mit ausgesprochen gutem Ruf. Der „Kleber-Zahnarzt“, wie ich ihn jetzt mal liebevoll nenne, trat übertrieben locker, unfreiwillig duzig, überehrgeizig anmutend und arg narzisstisch bis herablassend über Kollegen und Menschen im Allgemeinen auf. Mir wurde schnell ein Vortrag über die Giftigkeit von metallummantelten Kronen gehalten und dass ich beim Betreten seiner Praxis ausgesehen hätte wie eine Leiche. Zum Nachweis dessen machte er Fotos von seinen Patienten. Als ich mich so auf dem Bild betrachtete, war da schon was dran. Wir plauschten über allgemeine Entgiftungsthemen, thematisch auch durchaus  auf Augenhöhe – aber in der Praxis beschlich mich trotz bemühtem Einrichtungs- und Altbauschick eine derart schlechte Energie – und dabei halte ich mich gar nicht für so Energie-sensibel.

Heute ist mir klar, hätte der Kleber-Zahnarzt mir nicht zur Neuüberkronung geraten, hätte ich es vermutlich erstmal nicht gemacht. Ich war ja wegen was ganz anderem bei ihm. Mitten in meinem Entgiftungsprozess von zehn Leberreinigungen, die schon eine Menge positiv für mich verändern konnten, wenngleich ich noch Strecke hatte und noch gebeutelt war.

Mit den Kunststoffersatzfüllungen hielt er sich nicht lange auf. „Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Der Kollege arbeitet ordentlich.“ Warum den Füllungen dann nur ca. fünf Jahre Lebenszeit prophezeit wurden – so weit kamen wir gar nicht, da der Kleber-Zahnarzt vollkommen in seinem Element war, die Giftigkeit meines Kronenmaterials über alles zu stellen. An den Kunststofffüllungen kam fünf Jahre später Karies durch.

Was hingegen stimmte: Es pochte und stank schon länger an meinem  Zahnfleisch der überkronten Zähne. Was ich hinsichtlich eines unauffälligen LTT ignorierte. Mein Zahnfleisch war grau-bläulich verfärbt und entzündet. Ich bekam vom Kleber-Zahnarzt später noch eine schriftliche Beurteilung über das fragwürdige Material seiner Vorgängerin und den Amalgamsplittern. Das Palladium meiner Metallkronen soll laut Kleberzahnarzt zu 75% so giftig sein wie Amalgam. Warum die Kronen dann auch hier erneut ohne Atemschutz entfernt wurden, ist mir rückblickend auch ein Rätsel. Bei LTT winkte der Kleber-Zahnarzt ab und sagte, die Ergebnisse wären heute mal so und morgen wieder ganz anders. Von BDT schien er keine Ahnung zu haben.

Gesagt, getan, ich entschied mich für die Kronensanierung von Metall-ummantelt zu Vollkeramik. Noch hatte ich Ressourcen. Wären die Jahre später aufgebraucht und müsste dann was neu gemacht werden, wäre ich geschmiert. Das wollte ich vermeiden. Mir schlackerten zwar die Ohren bei den zu erwartenden Kosten: um die 7000€. Sei`s drum.

Was mir auffiel: Beim Kleber-Zahnarzt nahm ich während Sanierung einen leichten Tremor an seinen Händen wahr. Kann natürlich irren. Aber er traf beim Schleifen meine Zahnnerven wiederholt derart heftig, dass ich mich damals schon fragte, wie das gut gehen kann. Ich wollte die Metallkronen schnell loswerden. Leider las ich bei Moritz zu spät, dass man nicht den Fehler machen darf, alles auf einmal zu entfernen sondern immer nur ein Stück. Auch meine verbliebenen Amalgamfüllungen liess ich zuvor alle an einem Tag entfernen. Allerdings ohne bewusste Probleme. Die Zahnärztin bremste mich nicht. Der Kleber-Zahnarzt versuchte mich bei Entfernung der Metall-Kronen etwas zu bremsen aber entfernte auch sechs Kronen und eine Brücke in zwei Terminen. Und ich muss sagen, er war grundsätzlich unglaublich hilfsbereit, vermittelnd auf vielerlei Ebenen zu verwandten Fachgebieten und nahm sich irre viel Zeit. Und er hat mich nicht zu meiner Entscheidung gedrängt.

3. Das Märchen von stinkenden Kronen nur bei Metallummantelung

Dann ging es los: beim Entfernen der Kronen füllte sich der Raum mit einem Gestank von Fäulnisgasen, auf den sich der Kleber-Zahnarzt nochmal so richtig euphorisch einschoss: „Das stinkt nur bei Metallkronen so!“ Ich mit Kronenresten und hochrotem Kopf tobend in meine alte Zahnarztpraxis, wobei die Sprechstundenhilfe auch errötete aber nur leise erwiderte: „Kronen stinken immer so.“ Damals wollte ich natürlich nichts davon wissen aber ich muss ihr rückblickend Recht geben. Ich hatte ja nun mittlerweile alles drin gehabt. Metall-ummantelt, Langzeit-Provisorien, Vollkeramik – vollkommen egal: bei Entnahme stinken alle gleich. Alles nur eine Frage der Zeit. Auch hier bekam ich vor und nach Behandlung ein paar Pillen zum Einnehmen, weil der Kleber-Zahnarzt wohl auch regelmässig was zum Entgiften nimmt und ein Mineralstoffgemisch ohne Effekt. Ob ich überhaupt in der Lage war so eine Sanierung zu überstehen, in meiner Ausgsangssituation, ob ein Risiko bestünde bei Vorschädigung der überkronten Zähne: Kein Wort. Nix. Aber er sagte, „Andere mit meiner Metallvorbelastung wären wohl schon tot.“

4. Kronenkleber und Stunde Null

Dann kam Stunde Null bzw. der Moment des Auftragens vom Kronenkleber. Von Sekunde eins spürte ich bei dieser Substanz, dass das wohl bitte nicht so bleibt oder so nicht richtig sein kann. Der Geschmack, der Kontakt auf meinen Zähnen, unerträglich. Es blieb. 24Stunden, sieben Tage die Woche, über zwei Jahre. Ich hatte in der Nacht darauf Schwindel. Ich habe grundsätzlich nie Schwindel. Dachte noch, das kommt bestimmt von den sich lösenden Metallen. Endlich hätte ich es geschafft. Ich hatte zuvor niemals bewusste Probleme mit Materialien.

Ich verlor Unmengen an Gewicht. Mein soziales Umfeld dachte, ich würde sterben. In meinen Hochzeiten gefühlt bis zu einem Kilo am Tag. In Carola D`Mexis Buch „Zahnmaterialien“ las ich Jahre später, dass es bei Kronenkleber solche Reaktionen geben kann. Ich hatte noch keinen Schimmer was mir blühte. Ich war doch gerade erst wieder zurück auf dem Weg. Nichts half. Die Supplemente von meiner damaligen Begleitung musste ich mitunter auf das achtfache erhöhen und hielt damit gerade mal so mein Gewicht. Ansonsten konnten die NEM nicht auch nur ansatzweise auffangen, was hier im Gange war. Ich konnte plötzlich wieder immer weniger essen/vertragen, hatte besonders nachts Stromschläge am Herzen und Fingerspitzen. Mein ganzer Körper vibrierte. Ich schmeckte 24Stunden diesen fürchterlichen Kunststoffgeschmack, dass sich vielleicht kaum einer vorstellen kann, was es rückblickend vergleichsweise für einem Hochgefühl gleichkommt, heute keine Zähne mehr an den traumatisierten Stellen zu haben. Zugleich hatte ich einen unglaublichen Druck an meinen Zähnen, als würde permanent jemand daran ziehen und meine Darmtätigkeit kam Zug um Zug zum Erliegen. Ich kam plötzlich die Treppe kaum noch. Konnte immer weniger riechen. Es war, als konnten meine Zähne nicht mehr atmen, so absurd es vielleicht auch klingt. Die Kronen saßen dermassen fest, wie Beton. Und mein Hautbild änderte sich. Am gesamten Körper. Wenn ich auf die Haut drückte, blieben plötzlich kurz helle Flecken. Sowas hatte ich noch nie. Zudem entwickelte ich dunkle Augenränder, dabei war ich doch noch im Freuderausch, was ich alles für Verbesserungen mit den Leberreinigungen erreichen konnte. Selbst mein Hausarzt sagte, „Frau Seeland, Sie sehen immer besser aus und Ihre Werte sind es auch, machen Sie weiter so.“ Ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschah. Im besten Vertrauen und Annahme, dass ich nun den Berg genommen hatte, weil nun alles Metall draussen war, stürzte mein System in einer nie dagewesenen Art und Weise ab, von der Tragweite ich mir noch nichtmal ansatzweise ein Bild hätte machen können.

Hierzu möchte ich ein Zitat von Dr. Peter Levine einflechten: „Trauma ist nicht das, was uns widerfahren ist. Es ist oftmals viel mehr auch die erfahrene Abwesenheit eines einfühlsamen Zeugen und Begleiters.“ Wie wahrhaftig.

Hätte ich damals auch nur eine Ahnung gehabt, was für eine unglaubliche Odyssee mich erwartete auf der Suche nach Antworten, Hilfe und Überleben; was mit mir geschehen war, nach all dem, was ich zu dieser Zeit schon durch hatte – ich weiss nicht, was ich gemacht hätte.

Der Kleber-Zahnarzt empfand meine Fragen zunehmend unangenehm. Eingangs dachte ich, meine Beschwerden müssten wohl noch Nachwirkungen von den Leberreinigungen sein obwohl mein Körper unmissverständlich von Sekunde eins sagte: RAUS mit dem Kleber! Und nicht gehört werden wollte. Wieder und wieder fragte ich nach, ob mit dem Kleber wirklich alles in Ordnung wäre, was mir wieder und wieder versichert wurde. Ich konnte mir meinen Zustand nicht erklären. Meine Verdauung hatte sich doch erst wieder reguliert. Konnte wieder normal essen. Dann dieser plötzliche Gewichtsverlust, wieder blieb ich mit Fragen, dem Empfinden allein und wieder konnte ich kaum noch was vertragen. Erst versprach mir der Kleber-Zahnarzt noch eine neue Beiss-Schiene. Davon war plötzlich nicht mehr die Rede. Auch liess er mich im Gefühl, den Kleber vorab getestet zu haben, was nicht der Wahrheit entsprach.

5. Das Märchen von metallfreiem Zirkon und gut informierte Patienten

Ich muss dem Kleber-Zahnarzt allerdings insofern Recht geben: Ich frage viel. Das stimmt. Wenn Profis täglich nur unentgeltlich Fragen beantworten, ist das sicherlich energetisch nicht in Balance, schon klar. Und ich bin nicht die Ausnahme. Immer mehr haben bereits eine unglaubliche Odyssee hinter sich. Ich ging mit meiner Recherche nicht wenigen auf den Sack. Aber ist zu verübeln, wenn irgendwann ein Punkt erreicht ist, wo der Patient vorher ganz genau fragt, was es für`s Geld gibt, und nicht mehr bereit ist, Unsummen für Experimente und unbeantwortete Fragen hinzublättern? Einige gaben ihr Wissen auch gerne weiter. Mir fällt aber auf, dass meistens weniger Interesse daran besteht, den Patienten in seiner Ausgangsposition abzuholen und in seinen eigenen Entscheidungen zu bestärken als eigene therapeutische  Erfahrungen aufzudrängen, die mit dem Patienten gar nichts zu tun haben müssen. Und das gilt nach meiner Erfahrung genauso für Heilpraktiker. Ich hatte auch nie einen Schimmer, dass Patienten belogen werden. Ganz bewusst. Dass zum Beispiel Zirkon Metall-frei wäre: Gelogen.

Irgendwann fiel mir bei Ärzten und Therapeuten grundsätzlich auf: Sei bloss nicht zu gut informiert. Ich kann absolut verstehen, wenn Begleiter erhöhte Preise abrufen, weil der Patient alle Antworten ohne Eigen-Einsatz und gemütlich aus der Komfortzone auf dem silbernen Tablett serviert bekommen will, ohne jegliches Bewusstsein für Dankbarkeit oder Einsicht zur Veränderung. Aber mittlerweile gewann ich den Eindruck, dass gerade der gut informierte Patient für die meisten Behandler einem Albtraum gleichkommt. Egal ob Privatarzt oder Heilpraktiker.

Und es kam wie es kommen musste: der Kleberzahnarzt verwies mich zum Psychologen. Ich konnte es ihm insofern nicht verübeln, weil die Verfärbungen/Entzündungen an meinen Zahnfleisch gewichen waren. Mein Darm kollabierte zwar zeitgleich aber das konnte der Zahnarzt nicht sehen.

Rettete und kreuzigte er mich zugleich? Der Biss der Neuverkronungen war famos! Keinerlei Vergleich zu den Vorgängern. Top-Arbeit! Auch wenn es ein halbes Jahr dauerte, bis der Biss schmerzfrei war. Nur was nützt es wenn der Darm kollabiert? Eine weitere Absurdität: Im Unterkiefer hatte ich eine Krone, die bis heute nie bewusst Probleme machte. Im Oberkiefer hatte ich fünf Kronen, wovon heute nur noch eine übrig ist. Einer sagte: „Es wurden Niko`s übersehen, die ich nur im Oberkiefer haben soll: Das erkläre die Überreaktion.“ Ein anderer: „Es gibt überhaupt keine Niko`s.“ Eine weitere: „An einem der neuüberkronten Zähne hatte ich schon vor Kronensanierung ein Granulom an der Wurzelspitze.“ Der erste Zahn, der eine Fistel nach Überkronung zeigte, bevor eine weitere folgte. Dr. Lechner aus Münschen sagte unumwunden: „Ja, Kleber und Schleifen kann Zähne töten.“ Mehrere bestätigten mir das. Andere: „Nein, Kleber könne sowas nicht.“ Ausserdem hätte ich das dann an sämtlichen Zähnen. Dazu hiess es widerum an anderer  Stelle : „Nein, Zähne reagieren unterschiedlich.“ Und zu guter Letzt hiess es dann noch: „Ich knirsche mir sämtliche Zähne tot durch CMD. Und auch sowas kann durch Fremdstoffe ausgelöst werden.“ Wie gut, dass ich seit Kronensanierung keine passende Beissschiene mehr besaß. Mein Zahnchirurg gestand immerhin , „Es wäre immer der Kleber“, aber der sah auf meinen Bildern auch nicht wirklich, was später die grösste Belastung ausmachte…Wie kann es sein, dass ein seriöser medizinischer Fachbereich Unsummen für Leistungen abruft bei so grosser Uneinigkeit? Und für jeden weiteren Beratungstermin soll ich dann für`s Rätselraten auch noch weitere 100-300€ zahlen?

Ihr lieben Zahnmediziner, habt Ihr eigentlich noch alle Tassen im Schrank?

6. Schuld, Scham und abgeschoben in die Psychotherapie

Ich glaube, einen grossen Anteil meines Leids barg auch mein Schuldgefühl. Dass mit mir etwas nicht stimmte. Alles an mir lag. Meine Wahrnehmung falsch war. Es nicht der Kleber sein durfte, weil (fast) alle abwinkten. Ich mir die Beschwerden einbildete. Was für ein zusätzlich unglaublich grosser Schmerz: die unbegründete Schuld und Scham. Der Hypnotherapeut wurde vom Kleber-Zahnarzt empfohlen und wollte erstmal einen Film mit mir drehen, hörte sich selbst am Liebsten reden und meinte, er hält bei mir weder die Aluminiumgiesserei in unmittelbarer Wohnungsnähe für das Problem, noch den Kronenkleber. Ich hätte angeblich Übermass das Leid meiner Mutter getragen. Ach Du liebe Zeit. Ja, und wenn? Mal abgesehen davon, ob das stimmte und meine Kunststoffüberreaktion verursachte – was ich überhaupt nicht glaube aber wenn es stimmt, mich gern vom Gegenteil überzeugen lasse – denn bei Wahrheit wird mein System automatisch demütig und still – Allergien durchaus durch Trauma  verursacht werden können, keine Frage –  welche Kinder tragen nicht das Leid ihrer Eltern? Ist das nicht Evolution? Der Hypnotherapeut nahm für eine Stunde 120€. Wie das Problem zu lösen war, konnte er nicht sagen. Wieviele Stunden war ich bei ihm? Vier oder fünf? Ohne Effekt ausser als ich beim ersten Termin tränenaufgelöst hinsichtlich der Beschwerden   hm in der Praxis sass und dankbar für ein Gegenüber war.

Was mir nämlich auffiel bei den unterschiedlichsten Therapeuten: Ist die Not nur gross genug – ich hatte damals unglaubliche Mittelbauchbeschwerden – so als wäre meine Leber ein roher Klumpen Fleisch, der blutete – und kann die Not nicht geteilt werden, ist es nach meiner Erfahrung irgendwann egal, welcher Therapeut/Gegenüber da ist, wenn Du nicht mehr kannst und in Tränen ausbrichst. Hauptsache es ist ein Gegenüber da, das beim Energie-Ableiten hilft. Irgendwie können Menschen das wohl nicht immer allein. Nur durch die Präsenz eines Gegenübers. Ohne jegliches Tun. Danach fühlte ich mich stets besser. Als hätte der Therapeut geholfen. Meines Erachtens braucht es dafür nichtmal eine Ausbildung. Aber weiter als zur Linderung nach einer Notsituation taugte es nicht. Deswegen kann ich nur raten, wenn man nicht zeitnah das Gefühl hat, dass ein Therapeut wirklich etwas lösen, bewegen kann und die Verbesserung anhält/zunimmt, zieht weiter, bzw. spart Euer Geld. Heute denke ich, das meiste machen wir sowieso selbst. Der richtige Begleiter öffnet nur Kanäle. Aber es scheint nicht egal, ob wir alleine oder in Gesellschaft weinen. Dazu später mal mehr.

7. Ein Zahnarzt mit Spezialisierung auf Kunststoffunverträglichkeit

Ich irrte und irrte auf der Suche nach Antworten, weil niemand helfen wollte oder konnte und wie immer fand ich wieder massgeblich selbst die Antworten im Netz: Dr. Just Neiss, Heidelberg. Er schrieb ganze Abhandlungen zu den Auswirkungen von Kunststoffen in Kronenkleber und Kunststofffüllungen. Meine Zähne im Oberkiefer begannen sich auch zeitnah nach Neuüberkronung schwarz-gräulich zu verfärben. Der Kleber-Zahnarzt kommentierte das nur herablassend, ich tränke zu viel Kaffee und Tee, was ich schon lange gar nicht mehr trank. Ich verliess damals seine Praxis ohne Gruss. Er stand schweigend am Fenster, wandte mir den Rücken zu und erwartete wortlos, dass ich endlich gehe. Ein Zahnarzt, der mich bat, ihn auf jameda zu bewerten, weil er der Beste werden wollte. Ein Zahnarzt, der seriöse Negativ-Bewertungen auf google und jameda löschen lässt. Der Zahnarzt, der meinte, bei ihm gebe es keine Zweiklassengesellschaft, aber sich bei der Schufa meine Zahlungsfähigkeit vorab bestätigen liess und ein Jahr später jeden Einzeltermin als Privatleistung ausrief. Niemand konnte mir erklären, warum die Verfärbungen an meinem Zahnfleisch nach Neusanierung schwanden aber mein Körper gefühlt im vierten Weltkrieg tobte. Warum hatte ich so einen guten Biss, wenn mein Darm kollabierte?

Dr. Neiss: „Ja, Frau Seeland, Kleber und Biss und Kleber und Darm – das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.“ Achso.

Zu all dem begann ich noch zu stürzen. Mit dem Rad. Ohne Grund. In immer kürzeren Abständen.