3. Entgiftung 1.0

3. Entgiftung 1.0

 

1.1 Hausärzte und Bleiwerte

Mir ging es gruselig. Die Hausarztodyssee mit nicht enden wollenden Überweisungen zu Blut-, Stuhl-, MRT- und CT-Untersuchungen brachte keinen Aufschluss aber ich wurde nebst Kontrastmitteln mit den wohlmeinenden Worten entlassen: „Frau Seeland, Sie haben nix.“ Immerhin heiterte mich das jedesmal auf. War ich selbst Schuld, meine Symptome hausgemacht? Das heiterte mich zwar nicht auf. Das „Sie haben nix.“ schon! Hielt aber nicht lange vor. Meine Symptome reichten von Blähbauch, über Schwitzen beim Essen ohne überhaupt noch was zu vertragen, bis Sehnen- und Gelenkschmerzen, Hirnnebel, Pieksen und Kribbeln in sämtlichen Extremitäten, Haarausfall, Impingement oder Frozen Shoulder, Herzrhythmusstörungen, Druck auf der Brust, im Galle-& Leberbereich, wobei sich der Mittelbauchbereich anfühlte wie ein Brett, breiigen grünem Stuhl ohne überhaupt von den Vorzügen grüner Ernährung je gross gehört zu haben und und und – bestimmt vergass ich die Hälfte. Ach ja, das elende Zungenbrennen in meinem Mund! Irgendwie schmeckte ich neuerdings ja auch durchgehend Metall und hatte endlosen Durst, den ich dann mit dem Wasser aus der Leitung zu löschen versuchte und mich wunderte, dass das schwerlich gelang. Immerhin bemerkte mein Hausarzt zwischen dem ganzen „Sie haben ja nix, Frau Seeland“ doch mal im Nebensatz: „Oh, Ihre Bleiwerte sind aber zu hoch.“

Und wie beheben wir das? Schweigen.

1.2 Leitungswasser und Schulmedizin

Jahre später entliess mich genau dieser Hausarzt, der auch als Ernährungsberater arbeitet, mit den Worten,“Frau Seeland, in Sachen Ernährung haben Sie mittlerweile mehr drauf als ich.“ Die meisten Fragen zu Kräutern, unterstützenden oder entgiftenden Nahrungsergängzungsmitteln beantwortete er mit Schulterzucken oder Schweigen.“Suchen Sie sich einen Arzt, der gegen die Schulmedizin ist und Sie durch die Pandemie begleitet.“ Ich hatte mit Symptomatik-Beginn weder was gegen die Schulmedizin noch mich der Ruf zum Ernährungsberater ereilt oder überhaupt irgendeine Ahnung von alternativen Methoden, sondern suchte schlicht Hilfe. Möchte dazu noch anmerken, dass meine Mutter mit fünfundsiebzig Jahren auch jahrelang Leitungswasser trank, mittlerweile 3-5x tgl. dasselbe erzählte, was Jahre später plötzlich schwand, als sie zum Kochen und Trinken zu hochwertigerem Trinkwasser aus Glasflaschen wechselte. Nimmt man zu billiges, kommt man vom Regen in die Traufe.

1.3 Wechselnde Heilpraktiker nach Dr. Klinghardt und ohne

Dann ging es richtig los. Nicht enden wollende Konsultationen bei HeilpraktikerInnen folgten, wo der Dschungel der Nichtwissenden denen der Schulmedizin in nichts nachsteht. Eine junge Heilpraktikerin wirbt auf ihrer Seite mit Darmsanierung und sagte mir im Nebensatz, sie hätte sich noch nie mit Schwermetallen beschäftigt. „Man könne sich nicht mit allem beschäftigen.“ Hmhm.

Aber muss gestehen, auch ich war wieder nicht gänzlich unbefleckt. Die nächste Heilpraktikerin schlug nach ihrer kinesiologischen Diagnose praktisch die Hände über dem Kopf zusammen: „Frau Seeland, Sie müssen sofort umziehen, ihr Wohnumfeld ist dermassen vergiftet und Sie sind voll.“ Ich fragte einige Tage später nochmal nach ob es sich mit den Bergen an Chlorella-Kapseln täglich eigentlich richtig verhielt. Sie bejahte genervt und ich muss gestehen: Es ging mir das erste Mal besser. (Obwohl mir heute eine ehemalige Zahnärztin sagte, dass nicht alles stimmen würde, was Klinghardt sagt und er seinen Ansatz bzgl. Chlorella widerrufen haben soll.)

Irgendwie war mir die Heilpraktiker-Behandlung nach Dr. Klinghardt aber zu teuer, schnell mit 200€ oder mehr monatlich dabei, und die Heilpraktikerin mir auch viel zu herrisch. Und ich wusste wovon ich sprach. Sie meinte, man müsse immer alles auf die Wahrheit hin überprüfen. Genau das tat ich dann auch und schickte Stoffproben von dem angeblich toxischen Fensterkitt, Tapete und Raumluft in ein nahegelegenes bezahlbares Fremdstofflabor. Mit dem Ergebnis, alles halb so wild. Da hatte ich meine Bestätigung. Alles nur Panik-Mache?

1.4 Qualität von Testergebnissen bei toxischen Wohnräumen

Heute weiss ich, dass deren Rückmeldung alles und gar nichts sagte. Ein Wert lag bei „bedenklich“ aber Genaueres dazu erfuhr ich nie nachdem es bei Nachfrage still wurde am anderen Ende der Leitung. Der Laie blieb mit kryptischen Befunden allein. Seinen Hausarzt braucht man meines Erachtens dazu nicht zu befragen. Ich erinnere noch, wie ich Jahre später beinahe an Kronenkleber verreckte und meinen Hausarzt um einen Test auf Kunststoffvergiftung anflehte. Er verneinte. Wäre ihm einer bekannt gewesen, hätte mich folgende Erwähnung im Nebensatz auch nicht gewundert: „Oh, Ihre Kunststoffwerte sind aber hoch…sonst haben Sie aber nix, Frau Seeland.“ Ordentlich genommene Raumproben Kosten übrigens zwischen 1-2000€. Ich zahlte damals vielleicht 100€ und war froh.

1.5 Depressionen, Psychotherapie, Verzeihen auf Knopfdruck

Bei der helfenden Heilpraktikerin waren wir mittlerweile bei der Psychosomatik gelandet. Ihre wiedermal charmant herrische Art liess nicht lange auf sich warten: „Sie müssen verzeihen!“ Mir war gar nicht bewusst wie das gehen sollte, zumal mit diesem herrischen Unterton, so als würde Dir ein Soldat mitten in der Schlacht mit dem Schwert entgegen brüllen: „Sei doch mal friedlich!!“ Ich befand mich noch in der Schock-Phase, mich in einigen Belangen vor meiner Familie schützen zu müssen. Ich kenne Menschen, die lebten fast ihr Leben lang isoliert und hatten nie Krebs, weil sie wohl einen energetisch geschützten Raum um sich zu behaupten wussten. Egal ob man damit vielleicht früher oder später sterben mag als in Gesellschaft. Aber erstmal ist es ja schön, überhaupt so weit zu kommen. In meiner Familie war Vieles auch gut aber es gibt einfach Phasen des schützenden Abstandes. Und das gilt für sämtliche Parteien. Heute bin ich dankbar für alles was Heilung fand. Aber Verzeihen zu erzwingen, wenn es gar nicht dran zu sein scheint, muss mir nochmal jemand erklären. Zumal es dazu auch andere Ansätze gibt, siehe Maria Sanchez. Heute weiss ich wie es ist, wenn ich mir und anderen verzeihe und sofort eine emotionale Aufhellung spüren kann. Wenn Dein System aber randvoll ist mit Scheisse, weiss ich nicht ob man überhaupt eine Wahl hat irgendwas emotional zu wollen oder anzugehen. Wenn der Darm und die Organe voll mit Schwermetallen sind, ist man nach meiner Erfahrung nicht man selbst. Ich konnte über viele Jahre keine Freude empfinden. Und nach den Leberreinigungen war sie plötzlich da. Die grundlose Freude. Sicherlich spielen Depressionen auch eine Rolle. Aber bei dem Gedanken, dass jemand eine völlig verstopfte Leber hat und sich damit beim Therapeuten über Depressionen dusslig quatscht, wird mir übel.

1.6 Fachqualifizierte, Nichtwissende, deren Kosten und Generalansagen

Ich beschloss mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Heute kann ich nicht sagen, ab wann der eigene Heiler, das Vertrauen auf eigene Entscheidungen in einem alleine geboten ist, oder wann es besser ist, sich Unterstützung zu holen. Schon allein weil die Summen, die das verschluckt, nicht nur langfristig sondern schon nach wenigen Monaten nur für überdurchschnittlich gut Verdienende realistisch sind – von den nichtwissenden Begleitern ohne Erfolg, die ohne mit der Wimper zu zucken trotzdem kassieren und das auch in Grössenordnungen bis zu mehreren tausend Euro – mal ganz abgesehen. Und ich meine damit nicht „nur“ esoterische Spinner sondern auch fachqualifizierte Privatärzte. Ein bekannter Arzt in Hamburg, mit dem ich gern mal bei einem Heiss- oder Kaltgetränk über alles mögliche geplauscht hätte, weil das schon irgendwie ein geiler Typ war, der auch vielen Menschen geholfen hat, nahm für den Ratschlag „Essen Sie Suppen, Frau Seeland!“ und „Für Menschen wie Sie kommt Kronenkleber einer Atombombe gleich.“ all inkl. 2000€. Das mit den Suppen war in der Tat ein super wenngleich etwas überteuerter Tip! Das Ausmaß der katastrophalen Langzeitfolgen der Kronenklebervergiftung war mir damals noch nichtmal im Ansatz bewusst. Das kam erst Jahre später. Sonst konnte er nicht helfen. Seine EAV Testungen nach Voll brachten kein klares Ergebnis, ehrlichgesagt erschien er mir überfordert bzw. riet auch einiges, was nicht stimmte bzw. nicht ungefährlich war, wie zB. Eiseninfusionen bei Schwermetallvergiftung. Aber er gestand auch zu, dass die Zahnmedizin keine Ahnung hätte, was da an Bergen von Unverträglichkeiten erst just begonnen hatte, auf sie zu zuzurollen. Immerhin.

Hingegen schaffte es eine Heilerin, die einen mir nahe stehenden Menschen vom Krebs befreite aber mir bei meinen Zähnen Jahre später überhaupt nicht helfen konnte – mich Jahre zuvor mit meinem inneren Kind zu verbinden. Ich konnte das alleine überhaupt nicht. Ich liess auch bei ihr über 1000€. Damals war der Tanz mit den Zähnen noch jahrelang nichtmal ansatzweise in Sicht.

Mit Generalansagen bin ich vorsichtig geworden: „Nur Du selbst kannst Dich heilen“, „Geistig seelisch ist der grobstofflichen Ebene übergeordnet“, „Alles hat Bedeutung oder einen tieferen Sinn“…dazu möchte ich lieber Maria Sanchez zitieren. Eine Traumatherapeutin, die viele Probleme auf den uns innewohnenden Kontrollzwang zurückführt. Wenn es heisst: „Das Symptom kommt auf jeden Fall daher, weil dir dieses und jenes unbewusst ist, ist das für sie auch wieder nur ein Versuch, Kontrolle ausüben zu wollen.“ Danke.

Ich vermutete noch in Jahren bei HPs ein- und auszugehen. Und so ganz Unrecht hatte ich damit ja nicht. Hoffte das damals noch umgehen zu können. Gut, ob mir mit Verbleib bei der helfenden Heilpraktikerin einiges erspart geblieben wäre? Ich bin grundsätzlich kein Freund von „Hätte hätte Fahrradkette“ obwohl ich mein Tattoo wieder entfernen würde, brächte es eine Entlastung für meinen Körper. Aber hätte die helfende HP verhindern können, dass meine Metallkronen rausmussten? Beantworten wollte sie mir das rückblickend nicht.

Mein Darm ächzte weiterhin unter grünem breiigem Stuhl, dass ich nun als nächstes beschloss mein Amalgam „zeitgemäss“ zu entfernen, nachdem mir beim ersten ganzheitlichen Zahnarzt dazu geraten wurde. Auch ein Umweltmediziner sagte: Ein Metall-freier Kiefer wäre für langfristige Gesundheit geboten. Und ich gebe ihm recht. Trotz aller Höllenqualen. Wer dieses Zungenbrennen einmal erlebt hat, wenn die Leber nicht mehr kann. Die nicht enden wollenden Beulen in der Zunge. Das permanente Pochen und Stinken an den Zähnen. Der Metallgeschmack (Kunststoff finde ich nicht weniger schlimm). Da ist bei mir ein Punkt erreicht, lieber keine Zähne als sowas nochmal. Der Umweltmediziner, der heute übrigens Privatarzt ist, empfahl mir damals Zeobent (ein Pulver zum Binden von Toxen im Darm), wovon ich fürchterliche Verstopfung bekam. Das wurde später mit den Worten der Sprechstundenhilfe so kommentiert: „Ja, das haben wir auch schon bemerkt und sind davon weg.“ Achso.

Als ich Jahre später das erste Mal Symptome einer MCS erlebte, wollte jener Arzt mich gar nicht mehr über die gesetzliche Krankenkasse empfangen. Egal wie dringlich MCS-Erkrankte auf Umweltmediziner angewiesen sind. Es gibt praktisch keine Termine in Hamburg. Die meisten arbeiten privat (MCS: Multiple Chemikalien Sensitivität – dazu später mehr).

Jedenfalls sagte die helfende Heilpraktikerin zu meiner heutigen Nachfrage bzgl. Kunststoffproblematik bei Zahnsanierungen, dass sie Kunststoffe für nicht unbedenklich hält aber Amalgam immer noch für das mit Abstand giftigste Zahnsanierungsmaterial. Als ich bei ihr startete, hatte ich noch vier Amalgam-Füllungen und sechs Metallkronen, die zuvor auch alle Amalgam hatten. Und irgendwie war es Zeit, das jetzt mal anzugehen. Gesagt, getan. Ich machte LTT Testungen auf Tattoo-Farbe und Metall-Kronen. Alles unauffällig. Ich frohlockte trotz anhaltender Symptome und beschloss als erstes die Amalgam-Füllungen entfernen zu lassen (Wer noch nicht gänzlich an der Sinnlosigkeit von Testverfahren verzweifelt ist, teste bitte LTT nie ohne BDT, weil die LTTs gerne unauffällig sind. Das eine betrifft Kurzzeit-, das andere Langzeitreaktionen. Zahnarztpraxen vergessen das gern oder haben keinen Schimmer.).

1.7 Amalgamsanierung mit Kofferdam

Es wurde lediglich vor und nach Behandlung was zum Binden und Ausleiten verabreicht. Das war`s. Keine Aufklärung über Risiken beim Rausbohren, Kofferdamm hin oder her (Dr. Schreckenbach rät nach heutigem Stand sogar bedingt davon ab. Sein Buch „An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“ inkl. youtube Videos zu Amalgam und Kunststofffüllungen kann ich nur empfehlen); kein Anraten über Überprüfung von Mineralisierungs- und Entgiftungsstand, ob Sanierung in meinem Zustand überhaupt eine Chance hatte etc. .

Die Zahnärztin kam zur Behandlung mit einer Art „Motorradhelm“ in den Behandlungsraum. Das „grüne Trapez“ war schon in meinem Mund gespannt. Den Helm vergass sie allerdings aufzusetzen. Auch ihre Assistentin sagte nichts. Irgendwie wirkte sie von meinem Hinweis, den Helm doch besser aufzusetzen, fast etwas genervt. Die Amalgam-Sanierung verlief problemlos. Ich hatte bewusst nie Probleme. Aber es irritierte, dass die Kunststoffersatzfüllungen für Amalgam, die auch vorher getestet wurden, und die ich auch bewusst immer gut vertrug, so geringfügig vom Volumen aufgefüllt schienen, dass ich mich fragte, ob ich in einigen Jahren schon wieder auf dem Stuhl hier sässe. Immerhin wurde mir eine Haltbarkeit der Füllungen von ca. fünf Jahren garantiert. Ja, und dann? Die Zahnärztin, die mich behandelte und in der ganzheitlichen Praxis angestellt war, arbeitete kurze Zeit später nicht mehr dort.

Ich vermute, die Amalgam-Sanierung – der Anfang – war noch ok. Auf verblüffende Weise schwanden meine jahrzehntelangen Schmerzen in den Beinen, die ich mit dem Amalgam nie in Zusammenhang gebracht hätte. In meinen Verdauungsorganen war leider weiterhin die Hölle los. Bei sämtlichen darauf folgenden Zahnsanierungsmassnahmen ging es mir zeitnah schlechter. Ausser bei Extraktionen.

Ich recherchierte mich dusslig, da weitere Heilpraktikerversuche auch nicht überzeugten als mein Ballonbauch wieder Überhand nahm, die verordneten Tütchen Probiotika langfristig meine Probleme nicht lösten, egal wie verzweifelt ich mit Tränen in den Augen vor den jeweiligen Begleitern sass.

1.8 Andreas Moritz : Die wundersame Leber- und Gallenreinigung

Plötzlich stiess ich auf das Buch von Andreas Moritz „Die wundersame Gallen- und Leberreinigung“. Match zu all meinen Symptomen. Keine Ahnung, wie ich darauf gestossen war. Mir begegneten öfters mal hilfreiche Bücher wie aus dem Nichts, wenn nichts mehr ging. Aber bei Bestimmung bin ich deswegen noch lange nicht. Das Buch überforderte mich. Ich stand mit dem Rücken noch nicht genug zur Wand. Aber mir war klar, so ging es nicht weiter.

Reumütig kehrte ich zur herrischen aber helfenden Heilpraktikerin zurück, die mich erstmal zusammenschiss, dass ich wohlmöglich das Amalgam ohne Schutzmassnahmen hatte entfernen lassen. Als sie hörte, das dem nicht so war, wirkte sie fast etwas enttäuscht, nun nicht ganz so doll weiter zu schimpfen. Weinend sass ich vor ihr und flehte um Hilfe. Und das tat sie dann auch. Wirklich. Sie ist die einzige Heilpraktikerin, wo ich rückblickend ab und an bereue mindestens genauso herrisch und damals nicht bei ihr verblieben zu sein. Denn nach drei Monaten war ich praktisch Beschwerde-frei, vom Zungenbrennen und den unaufhörlich pochenden und stinkenden Zahnfleisch an den Metall-Kronen mal abgesehen.

Ich erwähnte dann mal die Leberreinigung von Andreas Moritz worauf kopfschüttelnd abgewunken wurde. Ich drängelte, ob wir die Metall-Kronen nicht mal angehen müssten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Testungen gemacht. Sie meinte, “ Warten Sie jetzt erstmal, Frau Seeland. Nicht auch noch das. Wollen Sie das jetzt auch noch? “ Aber das Zungenbrennen und pausenlose Pochen an den Zähnen, stinkende und entzündete Zahnfleisch forderte mich heraus. Zusätzlich war meine Zunge dermassen geschwollen und eingedellt. Dass Leber, Galle und Gedärme mehr als genug zu tun hatten, war mir damals noch nicht so richtig klar. Wieder wusste ich es besser und schlug meiner helfenden Heilpraktikerin ein günstigeres Chlorella-Produkt als das von ihr empfohlene vor. Sie wollte mich nicht mehr behandeln. Konnte das sogar verstehen. Aber wo das Geld für die ganzen Produkte hernehmen? Ihr empfohlenes Chlorella war in der Tat von erstklassiger Qualität. Dagegen konnte das chlorenergy von Klinghardt auch nicht nur im Ansatz anstinken.

1.9 Aluminiumgiesserei als Nachbarn oder auf zwei Augen blind?

Meine Wohnung liebte ich noch immer und sah es auch immer noch nicht ein umzuziehen, in diesen auf dem Wohnungsmarkt damals schon so tiefenentspannten Zeiten. Obwohl es, zugestanden, immer mal wieder heftig nach Metall in unmittelbarer Nachbarschaft roch – fiel mir erst nach fast zehn Jahren Einzug auf, dass ein Katzensprung weit eine Aluminiumgiesserei an meine Wohnung grenzte. Augen auf bei der Wohnungswahl. Es stand unübersehbar auf dem Gebäude. Für jeden passierenden Fussgänger oder Autofahrer. Auch von Ferne. Unübersehbar. Da ich aber noch immer nicht bereit war, den Ernst der Lage zu erkennen, zog ich behandlungstechnisch erneut weiter, obwohl es mir schon öfters mal in den Sinn kam, seit Nacht eins wirklich nicht ganz so ganz toll in der Wohnung geschlafen zu haben und das mit dem Metall vielleicht doch nicht ganz so empfehlenswert schien. Eine Tankstelle war auch nicht so weit. Ich liebte halt meine Wohnung. Ich blieb.

1.9.1 Besuche in der Notaufnahme, Pre-Darmsanierung und Alexandra Stross

Und landete in immer kürzeren Abständen in der Notaufnahme wegen Verdacht auf Herzinfarkt. Wurde stets ohne Befund und mit diesem bestimmten Lächeln entlassen. Das dritte Mal bekam ich Diazepam. Und das war toll! Wieder folgten einige HPs mit mässigem Erfolg, da Diazepam nicht so als Dauerlösung überzeugte. Aber ich ging meine Darmsanierung mit Hydro Colon an, was auch Unsummen verschlang, die ich mir Jahre später mit Einläufen getrost ersparte (wer die Kosten sparen will, lese die Bücher von Alexandra Stross. Ihre Bücher zum Thema Darmsanierung und die Begleitung von Ursula Winkler retteten mir Jahre später nach der Kronenklebervergiftung das Leben. Mein Einstiegsbuch: „Natürliches Entgiften“). Und nach bestimmt 1200€ Hydro-Colon Behandlungen ärmer, dachte ich, jetzt ist die Zeit. Jetzt mache ich eine Leberreinigung.

1.9.2 Anthony William

Das Buch „Die wundersame Leber- und Gallenreinigung“ ist meines Erachtens eines von den drei Gesundheits-Büchern, die man immer im Schrank haben sollte um den Körper zu verstehen. Das zweite ist Alexandra Stross mit „Natürliches Entgiften“ und das dritte wäre Anthony William mit „Medical Food“ oder „Medical Medium“ weil er meines Erachtens mit der Virenbelastung in der heutigen Zeit weit vorne liegt und mir dazu niemand anderes einfällt, der für Laien die Wechselwirkungen zwischen zunehmend grobstofflicher Belastung in den westlichen Zivilisationen und Herpes Zoster/EBV fassbar erläutert. Aber ich merke auch, alles entwickelt sich stetig weiter. Und was gestern noch aktuell schien, ist es morgen vielleicht schon nicht mehr.

1.9.3 Leberreinigungen nach Moritz, Sauer, William und Übersäuerung inkl. Lebenserwartung

Nach heutigem Stand bin ich mir nicht sicher, ob bei der momentanen zunehmenden Entmineralisierung der westlich lebenden Menschen, die Leber-Reinigung nach Moritz, Sauer oder William noch das Mittel der Wahl ist. Ich muss ehrlich sagen, ich weiss es nicht. Ein Apfel hat heute noch 20% seines ursprünglichen Vitamin C Gehaltes. Von den Süss-Züchtungen mal ganz abgesehen. Auf die grundsätzliche Qualität von industriell verarbeiteten Lebensmitteln muss ich wohl nicht mehr eingehen. Ich habe Nahrungs-ergänzungsmittel (NEM) lange unterschätzt bis belächelt. Heute halte ich es für fatal unterversorgt in eine Ausleitung zu gehen. Und damit meine ich ohne die richtigen NEM. Auch das ist eine Welt für sich. Besonders auch bei Zahnthemen. Der Körper verbraucht für den Ausgleich Unmengen an Energie. Ob gesunde Ernährung da noch alleine reicht, wage ich momentan zu bezweifeln. Aber mir sagte auch Martin Schröder von Mazdaznan/Lichtweg, dass die Menschen nicht erkranken, weil zu wenig im Essen ist sondern weil sie viel zu viel essen. Und wenn ich dann lese, dass es bei Mick Jagger erst mit 14Jahren ein Stück Fleisch gab, wenig Zucker und sowieso eher wenig zu essen, höre ich hin. Weiterer Buchtipp: Galina Schatalova: „Wir fressen uns zu Tode“. Wird ja auch nicht umsonst diskutiert, warum die Kriegsgenerationen heute so alt werden. Trotz aller Hiobsbotschaften werden die Menschen zB in Westeuropa heute noch doppelt so alt wie vor hundert Jahren. Und mir sagte ein Freund, dass die meisten Menschen nicht am Hunger sterben sondern weil sie dabei zu schnell entgiften/vergiften. Da der Körper beim Fasten an die tiefen Depots geht. Und manchmal liegen die Dinge sogar einfach: Morgens und abends einen Teelöffel Baking Soda gegen Übersäuerung – kein grosser Akt aber der Grundbaustein für ein basisches Körpermilieu. Darin gedeihen keine Krankheiten. Und dafür gab es immerhin schon 1931 den Nobelpreis. Und natürlich tönt auch da wieder das Geschrei der Gegenseite: Magen und Enddarm hätten unbedingt sauer zu sein! Ja, was ist nun das massgebliche Problem unserer Zeit: Übersäuerung oder zu basische Mägen und Enddärme?

Die Reinigungen sind nicht ohne. Die Fettmassen können die Bauchspeicheldrüse überfordern. Bittersalz den Darm zerschiessen, je nach Belastungsgrad. Die Leberreinigung von Sauer verwendet kein Bittersalz sondern schonendere, unterstützende und natürliche Mittel für den Darm. Wenn der Darm im Argen liegt, nimmt man beim Ausleiten den ganzen Rotz wieder darüber auf. Moritz spart das Thema Darmsanierung VOR einer Leberreinigung meines Erachtens zu sehr aus, weil die Gedärme zu seiner Zeit vermutlich noch nicht so arg belastet waren. Die aktualisierten Moritz-Bücher haben das Kapitel Darmreinigung/Darmsanierung angepasst. Das ist nicht dasselbe. Denn welchem Darm geht es heute noch gut? Aber es bleibt auch die Frage, was ist die Alternative? Aus mir kamen kiloweise intrahepatische Steine. Im Gro sind die Leberreinigungen bei mir genau so verlaufen, wie Moritz es in seinem Buch beschreibt. Aber mir ging es auch sehr schlecht obwohl jede, wirklich JEDE Leberreinigung neben all den Nebenwirkungen immer eine Verbesserung brachte, so unterschiedlich auch jede war. Nach drei Mal war meine Haut wie Krepppapier, was sich regulierte. Leberflecken verblassten. Besenreiser und Falten schwanden. Ich bekam eine Haut wie ein Baby. Meine Cellulite schwand. Meine Mutter konnte nicht glauben, was für dünne Beine ich plötzlich hatte. Aber es ist nix für Pussies. Unbegleitet schon gar nicht. Obwohl es auch durchaus Fälle gibt, die mehrere Reinigungen machten ohne grosses Drama. Als bei mir nach der dritten Reinigung trotz des Benefits immer noch keine Steine kamen, dachte ich schon an’s Aufhören. Mit der vierten Leberreinigung ging der Steinschlag dann erst richtig los.

1.9.4 Die Box der Pandora

Jeder sollte wissen, dass man mit der ersten Leberreinigung die Box der Pandora öffnen kann. Wer dazu nicht bereit ist, mit allen Konsequenzen, der sollte sich das tunlichst überlegen, wenn er die Wahl noch hat. Auch eine Frage des Vergiftungsgrades. Es kommt mit den Leberreinigungen nicht nur grobstofflich sondern auch emotional alles, wirklich alles wieder hoch. Ich heulte monatelang täglich Rotz und Wasser und konsultierte parallel auch viele Körpertherapeuten, die nur beim Handauflegen nicht enden wollende Wasserfälle zum Laufen brachten. Ich konnte erst danach bei vielem Emotionalem überhaupt an Abschied/Loslassen denken ohne zu wissen wie das genau geht. Ich musste nochmal in die Kirche meiner Oma, die heute plötzlich so klein erschien. Ich musste nochmal zurückkehren zu dem Ort wo ich gross geworden war, wo mir der Abschied vor Jahren nicht möglich war. Und es floss und floss und floss.

1.9.5 Veränderte Wahrnehmung, die Liebe des Lichts

Ich muss auch gestehen, dass nach einigen Leberreinigungen das Berühren von Pflanzen und Ästen im Wald dem Berühren von Menschen glich. So sehr veränderte sich damit meine Wahrnehmung. Der Zustand währte nicht ewig. Heute fühle ich beim Umarmen von Bäumen wenig ausser wie mein Körper im Wald grundsätzlich aufatmet. Und zwar auf sämtlichen Kanälen. Ähnliche Erfahrungen machte ich nach einem workshop von Sadghuru „Inner Engeneering“, bis ich vom ewigen an sich arbeiten, vom nicht schwinden wollenden Optimierungsdruck die Schnauze voll hatte. Aber das erste Mal begriff ich damals, wie es ist, wenn die Sonnenfrequenz im Körper durchkommen kann, weil die Leber frei ist. Ich war pure Freude. Einfach so. Dafür brauchte es auch niemand anderes. Es reichte einfach da zu sein. Vielleicht ist es das wovon immer alle sprechen wenn es heisst, wir wären Liebe. Vielleicht ist das das Licht. Ja, ich kann bestätigen, dass es diesen Zustand gibt. Der der grundlosen Freude. Einfach so.

Anthony William dauert nach meiner Vermutung vglsw. ewig. Mir hat der Sellerie-Saft auch geholfen, ja. Auch das Fett-freie war ein Segen für meine Leber eine Zeit. Aber die Leberreinigung nach Anthony William ist mit Verlaub auch keine Coctail-Party. Jedenfalls tönt es in den Gruppen nach ähnlich heftigen Erfahrungen, egal ob mit oder ohne Fett. Und was er gegen die Leberreinigung mit Fett und den angeblich verseiften Steinen schreibt, stimmt nach meiner Erfahrung nicht. Ein Geist weiss vielleicht auch nicht alles. Aber einige schwören auch auf AW. Wegen dem Fett bin ich noch zu keiner abschliessenden Erkenntnis gelangt. Auch einige „MCSler“ halten an AW fest.

Nach meiner Erfahrung ist Anthony William ein Segen für ein neues bzw. in Vergessenheit geratenes Verständnis von Wechselwirkungen unserer Zeit, der Rückbesinnung und Wertschätzung zu Mutter Natur, inkl. (Ernährungs-)Gaben und innewohnendem Geist. Aber nach meiner Erfahrung für diffizilere Zahnthemen definitiv nicht der Mann der Stunde. Gerade was das Thema Fruchtzucker betrifft. Florian Sauer bekam nach Ernährungsumstellung durch zuviel Obst eine Fettleber. Und auch wenn es bei AW heisst, dass der Stand der Zähne immer die vorausgegangenen Jahre an Belastungen spiegelt, nützt mir das wenig, wenn ich JETZT Zahn-Stabilität suche und deutlich spüren kann, wie Fruchtzucker dabei keine grosse Hilfe birgt. Obwohl mich eine Zeit Tütenweise Datteln überleben liess, als ich mit Kronenkleber rasant an Gewicht verlor und wieder fast nix mehr vertrug. Da kannte ich Anthony William noch gar nicht.

1.9.6 Diagnosen und deren Sinn, Hauptursache fast sämtlicher Krankheiten

Diagnosen und Benennungen sind bei der Heilung übrigens weniger förderlich. Aber manchmal hilft es Umstände kommunikativ sanft zu umranden, um sich besser einspielen zu können, wo es vordergründig konkret zwackt.

Nach meiner Erfahrung sind Krankheiten zu 99% auf verstopfte/gestörte Verdauungsorgane zurückzuführen und fertig. Ob durch emotionalen Stress, Elektro-Smog, nicht „artgerechtem Lebensstil“ (zB „Sitzen ist das neue Rauchen“) oder toxische Stoffe, unsachgemässe Ernährung und Übersäuerung, fast egal. Der Effekt ist meist derselbe. Cholesterinsteine bilden sich genauso durch Stress. Da zitiere ich gern Andreas Moritz: „Symptome sind dann wie Sand in der Hand.“ Und ich kann nichtmal genau sagen, welchen Unterschied der eine Prozent macht. Denn das mit den Genen und der DNA scheint auch veränderbar. Aber dazu später mal mehr.

1.9.7 Mehrere Wege nach Rom und 16 Leberreinigungen

Meines Erachtens gibt es immer mehrere Wege nach Rom und die entwickeln sich stetig weiter. Der Körper muss bei Entgiftungen Schwerstarbeit leisten. Unterversorgt hat er kaum eine Chance. Ich unterschätzte das bzw. wusste das nicht. Fakt ist, meine Brust fühlte sich damals an wie in einem Drehstock inkl. wiederholtem ständig unberechenbaren Herzpoltern.

Ich schiss mir bei meiner ersten Leberreinigung fast in die Hosen. Mein Lieblings-gitarrist schlief bei mir und fragte stündlich nach meinem Befinden. Andi, Du bist immer in meinem Herzen. Ich werde Dir das nie vergessen. Ich fühlte mich wirklich sicher. Du hast eine Art für Menschen da zu sein, wenn es brennt – das ist einzigartig. Als ich ansetzte das Bittersalz beim ersten Durchgang zu trinken, in der Befürchtung, die Welt würde nun gleich untergehen, hielt Andi meine Hand. Hab so so Dank, Bro. Aus tiefstem Herzen.

Und siehe da, die Welt war noch da! Insgesamt machte ich 16 Reinigungen. Die drei letzten nach Sauer. Aber auch Florian Sauer sagte mir nach der zehnten: „Hören Sie sofort auf damit, Frau Seeland, Ihre Bauchspeicheldrüse weiss gar nicht was los ist!“ Eine Begleiterin, die mich in meiner ersten Zeit mit den Leberreinigungen rettete, machte bestimmt fünfzig und schwört darauf. Aber vielleicht hat die auch einen Oxendarm und keine Schwermetall- und/oder Kronenklebervergiftung. Sie meinte, bei ihr ging es erst nach der 25. Leberreinigung bergauf. Na, vielen Dank. Sie vertreibt auch NEM einer Schweizer Firma, die mir in meinen schlimmsten Stunden immer weniger helfen konnten aber ohne ihre Begleitung und Peppelung bei einigen Leberreinigungen, weiss ich nicht ob ich noch wäre. Mit und nach den Leberreinigungen fühlte es sich an, als ob regelrechte Brocken aus meinen Darm gerissen wurde. Es brannte fürchterlich. Ihre Eier hatte ich nicht. Zumal meine Darmperistaltik mit der 16. Leberreinigung zum Erliegen kam. Vielleicht waren „Eier“ bei mir aber auch nie Thema. Ich war immer schon ein Durchzieher. Denn es erscheint mir durchaus berechtigt, wenn Anthony William sagt, dass die Leber eben auch nicht ständig gepusht werden mag.

Unmittelbar bevor der Kronenkleber bei mir nach Kronensanierung draufkam, war ich meines Erachtens schon wieder etwas zurück auf dem Weg. Meine Verdauung regulierte sich nach zehn Reinigungen. Mein Stuhl hatte direkt nach den Reinigungen zunehmend eine Lehrbuch-mässige Konsistenz und Farbe. Anfangs immer nur einige Tage nach den Reinigungen, bis Schlacken nachrutschten.

Fakt ist, das Herzpoltern und der Drehstock der Brust waren nach der ersten Leberreinigung verschwunden. Ich dampfte. Besonders aus meinen Füssen. Ich spürte eine Leichtigkeit wie lange nicht, eine Energie durch meinen Körper, durch die Füsse nach draussen fliessen, aufsteigen und meinte natürlich gleich am nächsten Abend wieder mit der Band spielen zu müssen, weil nun alles erledigt war. Weit gefehlt. Steine konnte ich noch keine entdecken aber was da ins Rutschen gekommen war, rutschte schnell nach. Ich wusste, das würde nicht meine letzte Leberreinigung sein. Aber dieser Drehstock in der Brust und das damit verbundene Herzpoltern, was nochmal deutlich von dem durch Gärungsprozesse im Darm, EBV, Herpes Zoster an Zähnen und Herzen, deutlich zu unterscheiden ist, kam so nie wieder.

1.9.8 Entgiftungen für jedermann oder für verschiedene Arten von Vergiftung

Wenn ich mit den Jahren und auch heute noch lese, wie lange die Menschen mit Ausleitungen mitunter zu tun haben, wo erst hochdiffizile Protokolle nach Cutler oder oder oder halfen oder was alles auch nicht (habe dazu keine Erfahrung), weiss ich nicht, ob normale Entgiftungen bei Cholesterinsteinen in der Leber, von den Einlagerungen durch Metalle inkl. deren Auswirkungen nochmal zu unterscheiden sind. Was ich nur sicher weiss, die wenigsten wissen davon und können das überhaupt unterscheiden.

Hätte ich gewusst, dass es für den Körper einer Katastrophe gleichkommt, mit Kronenkleber auszuleiten bzw. Leberreinigungen zu machen, während der Körper dieses Material gar nicht ausleiten kann, wäre mir einiges erspart geblieben. Aber wie hätte ich denn wissen können, dass es zwischen Metallkronen und Kronenkleber einen Unterschied beim Ausleiten gibt? Immerhin hatte ich bei sämtlichen Leberreinigungen noch alle Metallkronen drinnen gehabt und das funktionierte wunderbar. Ich machte mit Kronenkleber noch sechs weitere Leberreinigungen. Und trotz des Benefits, der wirklich auch immer noch jedesmal da war, merkte ich deutlich, hier stimmt etwas nicht. Schmerzen im Darm, Milz, Bauchspeicheldrüsenbereich nebst unzähligen heftigsten Symptomen taten sich nach Kronensanierung in nie geahnter heftigster Art und Weise auf, die erst mit zahlreichen Extraktionen nachliessen. Und mir wurde immer mehr bewusst: Die Antworten muss ich mir selbst suchen. Niemand nimmt dich an die Hand. Heute weiss ich, dass bei Metallkronen Zemente verwendet werden, die verträglicher sein können als Kronenkleber, der bei Vollkeramik Verwendung findet. Eine Zahnärztin sagte mir Jahre später, Zahnfleisch liebt Keramik aber hasst Kronenkleber und bei Vollkeramik würde durch Schleifen viel mehr Zahnsubstanz abgetragen als bei Metallkronen. Und diese Aussage wird ein anderer Zahnarzt vermutlich sofort wieder bestreiten. Also, es wurde schwierig mit richtig und falsch.

1.9.9 Auftakt Abstrusistan: Wenn ganzheitliche Zahnärzte helfen und kaputtsanieren

Vor der folgenden Kronensanierung hatte ich weder Nikos (oder übersehen), CMD (oder übersehen), Fisteln oder jegliche Art von Überreaktion auf Materialien, geschweige denn Symptome einer MCS. Ich vertraute mich einem der bestbewertesten ganzheitlichen Zahnärzte in ganz Hamburg an. Er wollte mich retten.

Und ich dachte voll des Vertrauens: „Wenn Du das hinter Dir hast, hast Du es endlich geschafft.“

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